Daheim & Unterwegs

Ceuta und dann: Endlich Afrika

Ich bin vor Tag und Tau wach und um kurz nach Fünf rolle ich auch schon. Das ist ganz gut, denn so passt die bei Gegenverkehr doch deutlich zu enge Straße recht bequem.

Nachts-aus-Gibraltar

Tunnel Die Ostseite von Gibraltar, an der ich jetzt lang fahre, ist da, wo die Kläranlage, der Müllplatz und andere ehr unerwünschte Sehenswürdigkeiten sind. Zum Teil ist es nur ein kleiner Sims zwischen Felsen und Meer, zum Teil geht es durch Tunnel.

Neben den diversen Öllagern und dergleichen findet sich auch ein riesiger Hof mit Buschtaxis und anderen Landcruisern. Stimmt, die Afrika-Versionen des Ldcruisers werden über Gibraltar nach Europa importiert[1].

FahrzeugdeckDie Ausreise ist ein bischen unübersichtlich, eigentlich ist an der Grenze so recht keiner wach, ist mir auch egal, irgendwie ja doch EU Innengrenze, da gibt es keinen PApierkram abzustempeln, auf nach Algeciras 20km weg in Spanien - denn die Fähren von Gibraltar nehmen nur Fahrzeuge bis 3m Höhe mit.

Noch im Dunkeln komme ich auf dem wirklich beindruckenden Hafengelände an. Ich sehe wild gestikulierende Leute, deren Gesten ich nicht wirklich deuten kann. Meine Windschutzscheibe ist kaputt? Die Polizei Fotographiert? Sie wollen meinen Koffer einschweissen?

Am Fährterminal winkt auch mal wieder jemand aufgeregt. Will irgendwie beim Parken Helfen. Die Schranke für Reisebusse will mich aber irgendwie nicht. Die Polizei taucht auf, allerlei Hin und her, ich lande auf dem PKW-Parkplatz. Jemand springt um mich rum - er wollte mich schon bei der Schranke einweisen - sagt 1000 mal "my Friend" und er könne mir bei allem Helfen und vor allem ein Ticket besorgen.

Das das ganze nicht ganz koscher ist, ist mir klar. Aber ich hab alle Zeit der Welt, warum nicht einfach mal mitgehen? Irgendwie ist aber alles einig. Schnell, schnell, wir müssen die Fähre kriegen. Im Parkhaus eine Rampe rauf, dann wieder einen Treppe runter, dann durch eine Art Personentor aus dem Hafengelände raus über einen Kreisverkehr in ein kleines Büro. Ich könnte noch auf das Schiff, dass un 10 Minuten geht. Nein, wenn ich dass Schiff verpasse, kein Problem, dan schreibt er mein Ticket um. Moment, das ist aber Teuer. Ich hab die Hälfte im Kopf. Neinein, das wäre für kleinere Autos. Hmm. Die beiden sind sehr überzeugend. Bald haben sie mich breitgequatscht - die Fähre geht gleich. Naja, wird schon stimmen. Und schon bin ich doppelte des offiziellen Preises los. Öh. Papiere, kurze Wegbeschreibung. Der Schlepper-My-Friend macht mir noch klar, dass er ja was zu Essen brauchte und schafft es, dass ich ihm noch einen Zehner in die Hand drücke. Beeindruckend, denn das hier was schief läuft war mir schon irgendwie die ganze Zeit klar. Als ich zurück durch das Tor auf das Hafengelände komme spricht mich ein Polizist an. Das sei da bei den Händlern "mas, mas caro". Ist klar. Aber als ich vor 5 Minuten an Dir vorbei gegangen bin, mußtest Du mir das nicht sagen, gell?

Naja.Karma. Hoffen wir, dass damit das Gleichgewicht der Welt wieder hergestellt und nichts schlimmeres auf der Reise passiert.

Als ich zum Auto komme schleicht da ein Uniformierter rum und spricht ins Funkgerät. Mist! Nicht auch das noch! Hat die Schweinenase mich im Parkverbot eingewunken? Aber ich bin doch unter den Augen der Polizei und des Parkwächters hier rein …

Aufs-Schiff "Wie Hoch ist das Fahrzeug?" - 3.60. Aber ich fahre jetzt auch. Kein Problem. Wo ist denn der Kassenautomat? - Nene ich müsse nicht zahlen, ich solle Mitkommen. Er steigt ein. Ups? Was?

Der Typ macht Tempo. Wie Preschen zur Schranke, lässige Handbewegung - durch. Unter dem Hafengebäude. Kurzer halt, dann geht es bis zum Schiff. Da stehen ein halbes Dutzend anderer Fahrzeuge. Als der Lademeister mich begutachtet und nach dem Gewicht gefragt hat, fahren die erste aufs Schiff. Ich als letzter Rückwärts dazu. Klappe zu, Motor an, Leinen los!

Zwei Stunden später bin ich in Cetua. Gammelig hier. Auf einem Platz voller Müll neben Carefour parke ich, kaufe noch mal ein und dann ein bissichen arbeiten. ICh muss vorher aber nochmal umparken, weil ich vor lauter Kot am ersten Parkplatz nicht aussteigen kann. Dann den Grenzzaun anschauen. Gegen den URzeigersinn um die Spanische Enklave drumherum. Ganz schön viel Millitär hier unterwegs. Beinahe festegahren zwischen Bunten huusern. dann geht es nciht weiter - die4 breite Strasse an der Brenze loang ist nur für Militär. Zurück durch die enge Gasse gequetscht. Einen Wherturm besichtigt. Noch mehr gearbeitet, während in den Hügeln immer der grosse Motor eines SchützenPanzers zu hören war. LAngsam muss ich mal nach Marokko. Noch mehr Grenze gucken. Dann Gefängnis gucken, dann zum Grenzübergang. Ausreise aus Spanien ereignisarm. Ich kann 20 Minuten bewundern, wie akribisch die fenster vom Zollhäuschen geputzt werden.

Die Einreise nach Marokko ist ein bisschen Spannender. Da laufen 100 HElferlein rum, ich besorg mir aber am Zollschalter mienen Zettel, fülle den alleine aus. Recht viel Auto Besichtigen. Allerlei hin, her, korregieren usw. Ein smarter Grenzbeamter ist dann sehr hilfreich, schleppt Zettel zu irgendwelchen großkopferten. IRgendwas in ein grosses Buch abschreiben. Ok, scheinbar fertig. Ich will los, aber jemand fragt, ob er die Papiere sehen könnte. Polizei. Öhm. "But you don't have an Univorm." Er schiebt die Jacke zur Seite und zeigt siene Pistole. Ok, überzeugt. Dann vom Zollgelände. Vor den Toren ein riesen Gedränge, aber ich werde in Ruhe gelassen. Auf in die nächste Stadt.

Lokales Geld wäre mal gut. Scheint alles recht entspannt hier. Ich parke mitten in einem Kreisverkehr. Probiere alle Karten an allen Geldautomaten. Alles nicht so der Hit. Ich probiere alle meine Plastikkaten an allen auffindbaren Automaten (4). Der letzte und windigste Automat gibt mir dann auch endlich Bargeld. Das erweist sich als eine gut matte, denn kurz darauf gilt es Mait für die Autobahn zu entrichten. Ich glaube es waren umgerechnet 20 Cent.

Schicke Autobahn bis Tétouan, dann im Laufschritt weiter nach Süden durch das Rif Gebirge. Hinter Chefchaouen: gleich wird es dunkel, da sollte ich mir einen Platz für die Nacht suchen. Aber es ist recht voll hier. Überall Leute. Und ich mag heute gar nicht irgendwessen Gastfreundschaft geniessen.

Irgendwann ein Weg, der sich in die Berge schlängelt. Keine Reifenspuren: super. An der ersten halbwegs ebenen Stelle dreh ich den Laster packe den Stuhl aus.

Zack, stapft ein altes Mütterchen vorbei. Ich versuche zu fragen, ob ich hier bleiben kann. Die antwort scheint ehr nein zu heissen. Hmm.
Buch und Abendsonne. Dauernd kommen Leute vorbei. Hinter der nächsten Kuppe ist ein Dorf - über den Track fährt wirklich niemand dahin - alle nutzen den Eselsweg und ich stehe an der Stelle, wo der auf den Track trifft. Na toll!

Kurz drauf kommmt auch ein Berber angestapft, der sich al der "Presidoooon" vorstellt. Er kann etwa 5 Worte Französisch und 10 Spanisch und ich kann gar nichts. Aber es stellt sich heraus: hier kann ich nicht übernachten. Ich soll bei ihm daheim essen und übernachten. Jaja, die Gastfreundschaft der Berber. Ich mag aber zuhause bleiben. Da kommt mir eine Idee:

Ich dreh den Spieß einfach um: Lade ihn in mein Heim ein und bewirte Ihn, bis es ihm zu den Ohren rauskommt. Gedacht, getan. Nach 2 Stunden malen, Gestikulieren, keinen Kafffee ertragen (er macht gute Mine zum bösen Spiel) und Plätzchen an seine Kinder verfüttern zieht er irgendwie erleichtert ab. Zum Abschied die Frage, ob ich Haschisch bräuchte.Und ich hatte mich gewundert, wovon das abgelegene Dorf wohnt.

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  1. Toyota-Lager bei 36.141720, -5.339643 ↩︎