Richtung Pyrenäen

Von Bordeaux also gen Richtung Pyrenäen. Hab ich eigentlich die Höhlenausrüstung dabei? Zur Gouffre (Höhle) Pierre St. Martin. Die Ultimative europäische Höhlentour. Oben rein, 700 m tiefer wieder raus.
Aber der 320m Eingangsschacht ist nicht so das richtige, wenn man allein unterwegs ist ;-)Aber: In den 60ern sollte da ein Kraftwerk in der Höhle gebaut werden. Da hat die Kraftwerksgesellschaft einen Tunnel zur riesigen (Giga, Mega, & Hyper) grossen Halle „La Verna“ gebohrt. Und das Höhlenforscherlatein sagt, man muss nur den Tunneleingang finden und kann dann da rein spazieren. Einige Spassbremsen behaupten, die Türe wäre nur von innen zu öffnen … das soll mein Projekt für die nächsten Tage werden.Bild

Kilometer schrubben bis Pau.

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Pau soll wunderschön sein, ist aber scheinbar für alles über 3.5t gesperrt. Ich traue mich nur in einen Vorort zum Supermarkt. Die Stadt scheint mir zu eng. Ich will doch ausserdem zur Höhle! (Inzwischen bereu‘ ich das etwas. Es soll da einen City-Lift wie in Lissabon geben udn generell soll es nett sein).

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In Sainte-Engrâce soll der Kraftwerks-Tunnel enden. Die Straßen werden eng und enger. Die Berge höher. Auf der D113 gen Süden wird es langsam etwas sportlicher und ich fange nicht nur unten, sondern auch oben an zu schauen, ob es passt.

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Erster Staudamm. Da geht ganz schön was ab. Wilde Fußgängerbrücke. Höhlenforschertypische Kletterhaken. Und ein Schild, das „La Verna“ bewirbt. Ist das jetzt ein Touristending?

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Irgendeine Schlucht (Gorges de Kakouetta) scheint viel touristischen Anreiz zu bieten – jedenfalls ist es voll da. Der Campingplatzbetreiber nebenan steht vor dem Haus und grüßt mit Daumen hoch – das gab es eh recht oft in der ersten Woche meiner Reise. Ich folge weiter aber den vereinzelten – schwarzen, nettes Detail – Höhlenschildern.

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Zwischen der Unterstadt und der Oberstadt liegen 300 Höhenmeter. Im letzten Licht erreiche ich den Parkplatz – vor der Höhle?

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Sieht jetzt nicht wie ein Stollen Eingang aus. Alles zu. Egal. Erst mal Abendessen. dann ums Haus streichen. Morgen machen die angeblich um 10 auf. Oder schon Winterpause? Man soll auf jeden Fall vorher anrufen oder mailen. Hier ist alles Funkloch. Haben die schon Winterpause? Ein Landrover und zwei andere Autos mit La Verna Beschriftung deuten anderes an.

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Morgends ist dann eine Dame an der Rezeption. Die spricht aber fast kein Englisch. Eine Gruppe in vollem Höhlengedöns macht sich auf. Da will ich mit. „What is this group?“ „Important People!“. Hmm. Ein Pärchen spanische Wanderer trifft ein. Für uns gibt’s um 11:30 eine „kleine“ Führung. 1h unter Tage.

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Wilder Ritt im Gequälten VW Bus einen betonierten Bergpfad hoch. Duschhaube um den Kopf zu schützen – nicht vor den Felsen, sondern von dem schmierigen Helm (der nicht schmierig ist). OK. Der Tunnel ist verschlossen. Aber das sollte ich mit etwas Gefummel auf kriegen bei Bedarf … nur mit dem Laster den Bergpfad rauf, den der T5 kaum geschafft hat ….

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Stollen. Laaangweilig. Uns kommt eine Gruppe „Important People“ entgegen. Dann Wetterschutztür (Wetter=Höhlenwind) und …

Joah.

 

Marco, unser Führer schaltet 7000 W LED, Quecksilberdampf und was sonst noch hell leuchtet ein. OH!
Da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Ich bin selten in Höhlen mit Beleuchtung, aber diesen Raum muss man ausleuchten, um ihn zu begreifen. Als die HöFos zum ersten Mal hier rein kamen, hielten sie nach Sternen Ausschau, weil ihre Stirnlampen nicht bis zur Decke reichten.

 

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Überall in der Kammer stehen verteilt Schaufensterpuppen rum, um einem ein Gefühl für die Größenverhältnisse zu geben. Wir kommen in 100m Höhe aus mit dem Stollen aus der einen Wand. Gegenüber führt ein 30 m hoher Tunnel in die Wand – da ist früher der Fluss lang geflossen. Man hat 20 Jahre gebraucht, bis man das Riesen Loch gegenüber in der Wand entdeckt hat. so gigantisch ist die Halle.

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Fotografieren: Fast unmöglich. auf dem folgenden Bild ist der Dreieckige Tunnel zu sehen und rechts dadrin – steht ein Höhlenforscher. Die kleinen Punkte links darunter sind ein knappes Duzend HöFos die grad die nicht ganz senkrechte Wand zu dem anderen aufsteigen.
WOW!

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Lange Story in kurz: Marco und ich freunden uns an. Morgen, wenn die Touristen weg sind, machen wir eine Runde „Speleo-Sportiv“ und schauen uns etwas weniger besuchte Teile der Höhle an. Davon gibt es wahrlich genug: das St. Pierre Martin System hat etwa 480 km Ganglänge.

Und noch ein gutes hat das: ich muss mich nicht Nachts mit der Tunneltür beschäftigen. Bequem.

Also Morgen mehr; aber vorher Klagen über verschüttete Milch.

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  1. Von der Insel runter – Daheim & Unterwegs - 2016-11-12

    […] Von da zu den Pyrenäen! […]

  2. Warten auf 1600m – Daheim & Unterwegs - 2016-11-13

    […] – nach der kleinen heute – Morgen Nachmittag die große Höhlentour. Ich muß 24h tot schlagen. Eigentlich besteht […]

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