Nördliche Uralpässe: kann man den Ural oberhalb ManPuPuNer queren?

Über Uralpässe südlich von 62° Nord habe ich ja schon geschrieben. Kommt man auch weiter nördlich drüber?

Der Pass bei Man Pu Pu Ner

vmware-fusionsnapz018

vmware-fusionsnapz017Diverse Katen zeigen auf Höhe von Man PuPu Ner einen Pass westlich von Nyaksimvol (Njaksimvol, Няксимволь). Allerdings vor allem ehr alte und obskure Karten.

Bestimmt gibt es da irgend einen Weg. Aber Ich glaube keinen fahrbaren Weg.vmware-fusionsnapz016 Auch wenn es schön wäre, wenn man da lang käme.

Ich habe den Eindruck dass insbesondere die amerikanische Militärkarte aus den 70ern, die hier links neben steht, nach dem Hörensagen erstellt wurde.

Nach Njaksimvol kommt man ja wohl eh nur im Winter mit dem Fahrzeug. Da würde es sich sicher lohnen, nochmal die Details vor Ort zu erkunden.

 

Die Querung zwischen Khulimsunt & Ukhta

Fotos zeigen recht deutlich, dass man bei 63.290511° 59.344820° auf einer guten Piste den Ural queren kann.

Von Ukhta (Ухта́, Уква, Ukva) westlich des Urals geht es gut ausgebaut über Sosnogorsk (Сосного́рск, Сӧснагорт, Sösnagort) nach Nizhniy Odes (Нижний Одес). Von da geht es weiter 120 km auf Teer Richtung Vuktyl (Вуктыл) immer entlang der Pipeline Trasse.

Die Querung der Pechora bei  Kuz”dibozh (Kuzdibozj, Кузъдибож, 63.68555 56.69616) ist dabei bestimmt ein Abenteuer. Da gibt es wohl mal ne Fähre, mal ein Ponton mit Schlepper, mal eine Pontonbrücke und bestimmt immer was zu erleben. Ein Schild sagt, man käme da gut rüber:

img-20161001-wa0029

30 km weiter östlich (63.694° 57.313°) knickt die Strasse nach Vuktyl (Вуктыл) gen Norden von der Pipeline-Trasse ab. Bis Vuktyl sind es dann noch 16 km. Die Kreuzung ist durch gigantische Verdichterstationen für die Pipeline markiert. Von hier gen Osten ist es vorbei mit Teer und Komfort. Ich vermute von hier ist die Verdichterstation Pripoljarnyj (Приполярный) das nächste ausgeschilderte Ziel – die liegt schon in Asien hinter dem Ural.

Von der Kreuzung nachVuktyl scheint es relativ langweilig und ohne grössere Flussquerungen 100 km gen Osten zu gehen, bis es ernsthaft Bergig wird. Der Ural wird melodramatisch mit einem abgestürzten Hubschrauber markiert. Dann kommt eine Brücke über die Понья und die scheinbar ehr harmlose Furt des Flüsschens Ssakur (Сакурья, Щугор) und dann 30 km weiter bei  63.29° 59.348° ist dann die Grenze zwischen Europa und Asien.

qv7snapz027

Nach weiteren 25 km kommt die Verdichterstation Pripoljarnyj (Приполярный, 63.217° 59.775°). Ich bin recht sicher, dass es problemlos ist, bis hier zu fahren. Da ist man über den Ural. Die Frage ist, ob das nicht eine riesige Sackgasse ist.

Oder kommt man weiter gen Osten nach Khulimsunt (Хулимсунт, Hulimsunt, Khulim-Sund)? Und wie geht es von da weiter?

Auf Satelittenbildern sieht die Piste gut aus, aber das will nichts heissen. Der Fluss Tolya (толья) wird scheinbar mit einer mächtigen Rohrbrücke gequert.  Kurz vor Khulimsunt ist dann wohl Furten der Severnaya Sosva (Северная Сосьва) angesagt. Jedenfalls deutet nichts auf eine Brücke oder Fähre hin. Ein Kommentar von Anton Novikov deutet darauf hin, das es auch einem Russen unklar ist, ob und wie man da weiter kommt:

Do not tell whether there is a ferry for cars in this place? I am interested in the passage of Vuktyl Yugorsk through Hulimsunt. I read in your comments that the road some there (she can be seen on satellite images and Yandex draws). She departmental? We need some kind of permission to drive on it?

Tja. Und von da geht es dann wohl nur im Winter weiter.

 

Entlang der Polarkreisbahn

Die nördlichste Querung ist entlang eines östlichens Nebenarms der Petschora-Eisenbahn Eisenbahn die Strecke – Labytnangi (Лабытна́нги, Лабытнаӈгыт’, Лапыт Нангк, „sieben Lärchen“).

Dies ist der Beginn einer Trasse, die als Polarkreisbahn geplant war. Ein Grossteil der Bahnlinie wurde nicht fertiggestellt, aber das GULAG 501 stellte die Trasse über den Ural bis zum Ob fertig. In diesem Jahrtausend wurde damit begonnen, die Strecke weiterzubauen. Das Buch „Die Stalinbahn-Triologie“ ist noch auf meiner Wunschliste.

Die Trasse verläuft etwa 200 km von Seyda (Сейда), Tschum (Chum, ЧумTsjoem), Brücke über die Vorkuta (Workuta, Воркута́, Ussa), Brücke über die Usu (Usa, Усу) und einen Nebenfluss (Yelets?), zur Stadt Yeletsky (Елецкий, Jelezkaja, Yeletskaya Yeletsky, Jelezki). Von da dem Fluss folgend nach  Chorota (Khorota, Хорота), die Station Poljarny Ural (Polyarnyy Ural, Полярный Урал) und dann direkt die Grenze Europa/Asien & Republik Komi/Jamal-Nenzen, Dahinter wohl der „Hauptort“ Polyarnyy, kurz darauf Sob (Собь), eine Brücke über ein namenloses Flüsschen, Harp (Харп), die Stadt Kharp (Charp-Sewernoje Sijanije, Kharp Severnoye Siyaniye, Харп Северное Сияние), Obskaja (Obskaya
Обская) bis nach 
Labytnangi.

qv7snapz023Die Bahntrasse folgt erst dem Usu (Usa, Усу) gen Osten bis Eletskiy (Yeletsky, Елецкий), dann dem Nebenfluss Yelets weiter stromauf bis zur Wasserscheide. Ab der Wasserscheide folgt die Bahn dem Fluß Sob (Собь) bis zum Ob.

Die Frage ist: kann man da lang fahren, wenn man keine Eisenbahn ist? Antwort: ehr nicht. Aber vielleicht durch die Umgebung.

Ist zunächst als Aufgabe die Querung der Usa (Усу). Bei 67.399810° 64.466046° gibt es einen Damm, aber kann der als Querungshilfe dienen?

Bei 67.393676° 64.436529°  wurde wohl schon im Winter gequert – aber ob das im Sommer möglich ist?   67.381636°   64.339307° wäre auch ein Kandidat für das Furten. Aber ehrlich gesagt glaube ich, der Fluss ist einfach zu breit: Das ist ehr der Rhein, als die Wupper.

Bleibt der Klassiker: über die Eisenbahnbrücke bei  67.057°  64.102° zu fahren. Das sind etwa 250 m. Gibt genug Gegenden, in denen das möglich und üblich ist. Ob es hier möglich ist?

Viele Karten zeigen auch eine Furt etwas nördlich von der Brücke. Die ist allerdings nicht auf OpenStreetMap und das ist ganz klar ein schlechtes Zeichen.

qv7snapz025

Und wie kommt man eigentlich bis zu besagter Furt? Man folgt der Strasse nach Vorkuta bis N 67.20660°  E 63.75262° und biegt dann rechts ab. Bei Dok (Док) kommt man an die Usa (Усу) und von da gehts nach Osten bis zur Brücke und/oder Furt.

Wenn man über den Fluss gekommen ist, geht es nach Yeletsky (Eletskiy, Елецкий) mit gut 600 Einwohnern. Von da scheint es eine recht ordentliche Strecke nördlich der Bahntrasse und dem Yelets bis zur Kontinentalen Wasserscheide bei Polyarnyy.

qv7snapz026

Macht einen fahrbaren Eindruck. Weiter bis Charp (Kharp, Харп) ) und dann Labytnangi (Лабытна́нги, Лабытнаӈгыт’, Лапыт Нангк, „sieben Lärchen“) ist ja fast schon langweilig.

Workuta – Salechard

In Wikiloc gibt es diesen Track: da ist eine Gruppe von Geländewagen eine nördliche Route über den Ural im Schnee gefahren. War wohl Teil einer Reise aus Polen.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Was hätte es noch im Nord-Ural zu sehen gegeben? – Daheim & Unterwegs - 2016-11-15

    […] nach Vokura und zum Polarkreis fahren, die Polarkreis bahn anschauen. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s