6: Ankunft in Litauen: Klaipeda bis Žemaitijos Nacionalinis Parkas

Nach einer guten Nacht auf der Fähre gab es ein nicht ganz hervorragendes Frühstück. Auf Fähren finde ich ja immer Busreisegruppen besonders schaurig-interessant.

Dann ging es lange am grossen Hafen von Klaipeda und der Kurischen Nehrung vorbei, bis wir am Fähranleger waren. Klaipeda wird vom Meer aus wird von zwei Hochhäusern dominiert, die je nach Blickwinkel wie in oder zwei Häuser aussehen. IMG_9686

Klaipeda heist auf Deutsch oder hieß „früher – je wie man es sehen will – „Memel“ und war bis 1920 die nördlichste Stadt erst Preussens und dann Deutschlands.

Vom Schiff runter war spannend: Zentimeter eng, mit eingeklappten Spiegeln rückwärts aus dem Ding raus. Vielleicht wäre ne Rückfahrkamera doch was?

Dann die einem Hafengelände immer inne wohnende leichte Verwirrung. An der Hafenausfahrt (Zoll?)wurde ich nach Papieren für das Fahrrad auf dem Heckträger gefragt. Das Fahrrad habe ich 1998 verlassen vor meiner Studentenbude gefunden – so sieht es auch etwa aus.

IMG_9690Jetzt bin ich also so richtig in Osteuropa. Viel Fläche, Bautätigkeit und ein bisschen Chaos um das Hafengebiet. Wenn man sich hinter der Hafenausfahrt links hält, kann man in den Dünen und im Matsch spielen. Ich wollte Südlich vom Hafen in den Dünen am König-Wilhelm-Kanal übernachten. Auf Satelliten Bildern hatte ich ein schönes Plätzchen entdeckt. Also durch ein bisschen Sand (Yiehha!) bis da eine Schranke und ein Zaun den Weg versperrt. Erstmal Päuschen. Kaffee. Weiterschauen. Die Sonne scheint, ist das schön hier.

Ob das da ein Freizeitpark ist. Da steht was von Öffnungszeiten. Zwischendurch Gerumpel und Geböller. Dann auch Gruppen von Menschen, die im Laufschritt zum Zaun kommen, Liegestütze machen und weiter ziehen. Militär-LKW, die aus der Schranke donnern, PKW die rein fahren. Uhiii. Da wollte ich wohl auf einem Truppenübungsplatz übernachten.

 

IMG_9693Da ist auch etwas ab vom weg ein Wächterhäuschen. Der junge Soldat spricht mich freundlich auf englisch an: Wie lange ich denn hier noch stehen wolle? Sein Chef lässt das fragen, denn er müsse ja den Weg einsehen und ich würde die Sicht verdecken.

Ich entschuldige mich vielmals und biete an, sofort zu fahren. Aber nein, natürlich könne ich noch Kaffee trinken. Alles kein Problem, willkommen in Litauen. So sollten auch meine weiteren Begegnungen in Litauen sein: unglaublich freundlich und offen.

Die Leute sind nicht nur unglaublich freundlich, sondern scheinen ihren Ort zu lieben: Sauber und Liebevoll. Überall alte Fahrräder, die zu Blumenampeln umfunktioniert wurden. Konsequent gepflegte Nutzgärten allerorten. Nciht zugemüllt. Einfach schön.

Wir wollten dann aber dann doch nicht zwischen Hafen und Truppenübungsplatz übernachten, und sind direkt ins Landesinnere zum Žemaitijos Nacionalinis Parkas gefahren. Tolle Gegend. Lustigerweise waren viele Strassen im Park Sandpisten, die aber einen gepflasterten Bürgersteig hatten. Sachen gibts.

IMG_9757

Dazwischen kamen wir an jeder Menge Wegweisen zu Sehenswürdigkeiten vorbei.  Immer mal wieder auch Stätten von Kriegsgreuel. Seufz.

IMG_9700 IMG_9695IMG_9697IMG_9696

IMG_9708Im Park kamen wir vor dem „Dvina Missile Silo“ zum stehen. Nach einem kurzen Plausch – ohne die gleiche Sprache zu sprechen – wusste die Nachtwächterin, dass wir da übernachten wollten und ich wusste, das Sie da nichts gegen hat.

 

Nachts dann doch noch in irgendwelche Schächte im Wald gekrochen – kann’s nicht lassen. Und der Sternenhimmel! Litauen ist das perfekte Land für die Flucht vor Lichtverschmutzung.  Kalt wars auch. Und still, nur die Geräusche der Natur draussen.

Morgen geht es Raketen anschauen.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Baltikum Herbst 2015 – Litauen, Lettland, Kaliningrad & Polen – Daheim & Unterwegs - 2016-06-26

    […] Litauen war es vor allem im Hinterland von Klaipeda beim Žemaitijos Nacionalinis Parkas (Tag 6 & 7), bei Orvidas Garden (Tag 7) und im Memelland südlich von Kleipeda (Tag 9) schön. Das […]

  2. 7: Raketen, Outsider Art und Datschen – Daheim & Unterwegs - 2016-06-26

    […] waren ja schon abends bis vor die Tore des Museums gefahren. Hier in der dünn besiedelten Gegend östlich des Sees […]

  3. 5: Fähre nach Klaipeda („Memel“) – Daheim & Unterwegs - 2016-06-26

    […]  Am nächsten Tag Ankunft in Klaipeda. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s