Die wilde Nacht.

Da standen wir also. Auf 1500 m irgendwo in Spanien kurz vor Andorra. Nach einigem Rangieren auch waagerecht und mit dem Köpfende zum Sonnenaufgang.

Gemütliches Abendessen mal wieder mit Brot, Käse & Wein. Um das Auto gab es ein paar schneefreie Stellen, ansonsten vielleicht 5 cm gefrorener Schnee. 0 C.

Plötzlich taucht der Inhaber der Pfotenabdrücke, die uns bei der Stellplatzsuche aufgefallen waren. Ein alleinstehender Jagdhund mit rustikal aus Kunstsoff gebasteltem Halsband. Der Hund wollte ins Auto, was wir aber nicht wollten. Dann eben drinnen bleiben.

Irgendwann stand Zähne putzen an. Draußen war es frostig, außerdem – so scherzte ich, könnten uns ja Wölfe und Hunderte anfallen. Also Fenster auf, Kopf raus und So Zähneputzen. „Aber spuck nicht auf den Hund!“ Sapperlot! Das Vieh lag im Schnee neben unserem Auto. Hat der kein Zuhause?

Vor dem in den Schlafsack gehen besser die Blase entleeren. Für jemanden mit großer Hundeangst unter den Umständen gar nicht so einfach. Hab’s aber mit allerlei Verrenkungen dann doch geschafft.

Komische Vogelstimmen zum einschlafen. Dann mitten in der Nacht Schritte – eines Zweifüßers? Geknurre und Gebelle von der anderen Seite – dem Zahnputzfenster.

Morgens ist es knackig kalt, -0.5 zeigte das Thermometer, dass aber am warmen Teil des Autos angebracht ist. Der Schnee, den wir abends ins Auto geschleppt hatten, war noch nicht getaut. Der Hund war noch da. Kaffee draußen kochen, drinnen aufheizen und ein großes Müsli mit ganz viel Obst zubereiten. Das Obst ist etwas zu kalt, aber ein echtes Sonntagsfrühstück. Toller Sonnenaufgang.

Danach noch etwas den schneeigen Weg hoch, mal schauen wie es weiter geht und eine schöne Stelle zum Wenden finden. So der Plan.

Das kam aber dann anders als gedacht. Die Nächste Kurve hatte stellenweise 40 cm Schnee. Genau genommen Eis, darüber fest gefrorener Schnee und darauf Pulverschnee. Da tat sich trotz aller Sperren recht wenig, ausser dass sich das Auto immer weiter Richtung Bachtal arbeitete. Graben half nicht. Sandbleche halfen nicht. Winde half nicht so gut. Am Ende war es ein Spur in den gefrorenen Schnee hacken, dammit das Auto wieder in die Fahrrinne gezwungen wird und Einsatz der winde, der uns wieder auf festen Schnee brachte.

Aber wie nun zurück? Rückwärts würden wir ganz sicher nicht heil durch das so eben angerichtete Schlachtfeld kommen. Also 20 % mehr Gas und den Berg hoch geschossen bis nach etwa einem Kilometer eine Gabelung kam, wo ich das auto mit Schwung rechts in die Böschung jagte um mich dann zurück mit Hilfe des Gefälles andersrum in die Spur zu schieben. Klappte auch. Bei der Schussfahrt bergab sahen wir noch unsere Schaufel im Schnee stecken, hielten aber erst auf schneefreiem Boden an, um das ding einsammeln zu gehen. Um 10:00h hatten wir dann endlich unseren Schlafplatz verlassen.

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