31: zum Dynjandi

Nach dem Tag voller Wolken und Abstrusitäten heute ein Tag mit Sonne von früh bis spät. Gestartet auf dem Campingplatz vom Hótel Flókalundur in dem Naturschutzgebiet, dass sich im Internet nicht finden ließ. Hier soll es ganz tolle Sachen geben: Fossilien, Pools im Flusslauf, den Steine mit der Zeit ausgefräst haben (gibt es sonst vor allem in Höhlen), ein Wasserfall, hinter den man gehen könnte. Für all dass sollte man den Parkranger fragen, der irgendwo im Park sei. Den haben wir aber nicht gefunden. Und eine Karte der Gegend haben wir auch nicht gefunden.

Die kochenden Italiener verstopften wie am Abend weiterhin das Badehäuschen und so reisten wir ungeduscht ab. Irgendwie wollten wir weiter an dem Tag für den überwiegend Sonne angekündigt war in die Westfjorde. Den Hotpot, sehr schön zwischen Strasse und Meer versteckt hinter einem Cliff gelegen ließen wir auch fahren.

Aber ein paar Kilometer weiter bei Kross (N 65.51985°  W 23.40564°) kam ein anderes Schwimmbad mit Hotpot direkt am Meer. Da haben wir dann den Hotpot zu dritt genossen. Umkleiden im Freien war wehniger kühl, als gedacht. An die moosigkeit im Hotpot muss man sich erstmal,ein bisschen gewöhnen. Aber: tolles Erlebnis.
As wir wider einpackten, kamen grad zwei Schweizer mit „ISAK 16“ gefahren, die wir schon öfter vorbeifahren gesehen haben. Einen Netten Plausch später ging es weiter.

Seamonster Museum in Bildudalur. Wir dachten, es sei eine Touristenfalle. War aber ein wunderbar steampunkiger Platz. Auf jedenfall das Buch mit dem „Wirt“ des Restaurants vorne drauf kaufen! „Die Isländer reden ständig von Feen und Trollen, aber wenn man sagt, man hätte ein Monster gesehen, wird man schief angeguckt. :-)

Als nächstes ging es in das „Künstlerdorf“ Selardalur (N 65.78481°  W 23.99050°). Dort hatte der Bauer Samuels Jonsson mit 65 Jahren die Berufung zum Künstler entdeckt und die letzten 20 Jahre seines Lebens praktisch ohne Kontakt zur Außenwelt eigenartige Kunstwerke geschaffen. Als die Dorfgemeinschaft ein Altarbild, das er gemalt hatte, nicht haben wollte, entschied er sich, eine eigene Kirche zu bauen. Als er begann zu erblinden, streute er den Pfad zum Strand – wo er Sand für den Zement holte – mit Muschelschalen aus, um den Weg durch die hohen Kontraste besser zu erkennen können. Seine Inspiration stammte scheinbar vor allem von Postkarten.

Seit einigen Jahren werden werden seine Kunstwerke jedes Jahr von einem erebnispädagogischen Projekt aus Deutschland im Sommer einige Wochen lang restauriert. Inzwischen sind auch die Fundamente für ein Künstlerdomizil vor Ort gelegt. Allerdings wurden die hochfliegenden Pläne dafür aus 2007 wohl durch den Wirtschaftscrash 2008 extrem verlangsamt.

Ein seltsam anrührender Ort am Ende der Welt. 3 € Eintritt, die in einem Kasten am Zaun zu entrichten sind. Dumm nur, dass es sich um eine 30 km lange Sackgasse handelt.

Altes Bergwerk („Surtabrandsnama“ oder so, ca. N 65.61990°  W 23.56852°) an der Strecke zum Dynjandi gesucht. Dabei einen Stein am Wegesrand übersehen. Die Kotflügelverbreiterung ist jetzt ein wenig umbreiter. Mist.

Der Dynjandi wird gerne als der „beste“ Wasserfall in Island angesehen. Kann ich bestätigen. Eigentlich sind es 7 Wasserfälle, auf Fotos ist üblicherweise nur der oberste zu sehen.

Am unteren Ende des Wasserfalls wird so viel „frei“ gecampt, dass da ein Klohäusschen aufgestellt wurde.

Wir dachten zunächst, wir seien die einzigen, aber bis 22:00 h füllte sich der Platz. Um kurz nach 20:00 traf sogar ein deutscher Reisebus ein, der mit Einbruch der Dunkelheit gegen 22:00 h aber wider abdampfte.

Neben uns standen zwei sichtlich genervte Tween-Kumpels, die wohl ein paar zu nasse Tage hinter sich hatten und im Auto saßen, während das Zelt draußen zum trocknen lag. Mit einem Schweizer Reisenden unterhalten, der in einem Mercedes Benz T-2 (MD 508 oder so) andersrum um die Westfjorde fuhr.

Tolle Abendsonne. Hoz in der Sonne getrocknet. Gegrillt, dann Rasen abgestochen, Grillschale reingesetzt und Lagerfeuer gemacht.

Wasserfallärm wie an der Autobahn. Stört aber nicht.

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  1. Island 2013 | Daheim & Unterwegs - 2013-12-22

    […] Strandir. Aber spektakuläre Ruinen gibt es eigentlich überall.  Das “Künstlerdorf” Selardalur bereitete uns auch […]

  2. 32: Island ganz einsam | Daheim & Unterwegs - 2014-01-04

    […] Vorabend sonnig, dafür fing der Morgen gleich herausfordernd an: peitschender Regen und Sturmböen. Wenn ich die Wetterkarte richtig studiert hab, Windstärke 10. Beim Versuch Wasser zum Spülen und Kaffee kochen zu machen (im halbtrockenen unter der korrekt abgespannten Markise) hat eine Böhe die Markise zerstört. Stangen verbogen, Gelenke gebrochen, Plane gerissen. Auch die Tür des Klohäusschens 50 m weiter hat es bei der Gelegenheit aus den Angeln gerissen. Aber schon ausgesprochen doof, das wir für den Rest der Reise keine Markise mehr haben. Vermutlich schaffen wir als Ersatz eine Foxwing an. Zelt im Sturm einpacken ist auch spannend. Bis alles im Auto verstaut war, fiel noch die eine oder andere Kleinigkeit den Böen zum Opfer. […]

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