25: Hochland

Die Nacht war nicht unproblematisch. Abends hatte sich schon ein Bein der Markise gelöst, weil sich eine Schraube auf der Schotterpiste losgerüttelt hatte. Nachts dann Radau: die Markise, die wie immer flach am Auto runter hängen lassen, war zu einem Segel geworden und flatterte im Wind. Als Markise ganz einrollen und alles was darunter lag ins Auto räumen. Im Schlafanzug. Immerhin war es mit 10 grad oder so recht warm. Der Campingplatz in Blönduos liegt direkt an der Ringstraße und ist ein bisschen laut.

Morgends sofort einpacken (knapp 90 Minuten) und nach einer Eierstinkdusche („Thermalwasser“) auf zur Bäckerei, frühstücken.

Und nun? In die nördlichen Westfjorde oder ins Hochland? Genug Küste die letzten zwei Tage! Wir wollen eine Parallelroute zur F36 nach Norden auf den Langesjökull Gletscher zu fahren und dann auf eine West-Ostverbindung abbiegen – in welche Richtung schauen wir mal.

Die Strecke führte erst durch ein dicht besiedeltes Tal (722, Vatnsdalur), in dem es massig historische Plätze aus Sagas und entsprechende Schilder gab. Die erste Abzweigung, die wir nehmen wollten haben wir nivht gefunden (im Nachhinein gesehen: man hätte quer durch einen Bauernhof fahren müssen), aber bei 65.325, -20.184 ging es dann auf ins Hochland auf Piste Richtung Süden.
Am Einstig zur Piste kam uns ein tschechisches Pärchen entgegen, dass recht entnervt war – sie hätten Wasserfälle gesucht und keine gefunden.

Die Piste nach Storisandur (das ist wohl in Teilen die „Kjalvegur“) war auch nicht nur wasserfallfrei, sondern holperig und langweilig. Viele Seen. Abstecher zu einer Hütte (Öldumoduskali bei 65.181,-19.910), auch langweilig und abgeschlossen. Das aufregendste war ein Tieflader, dem 4 seiner 16 Reifen fehlten und ein Bagger. Da sieht man mal, wie im Hochland die Pisten gebaut werden. Ein weiterer Höhepunkt war das einzige Fahrzeug, dass uns entgegen kam: ein Hochlandbus.

Irgendwann – aber gefühlt deutlich zu spät – kam der Langjökull, Islands zweitgrößter Gletscher in Sicht.

Südlich von Gettishead (ca. bei 65.028,-19.958) geht es gen Westen Richtung Sundhellir, gen Osten zur 35 und weiter nach Süden in eine Sackgasse. Das was da kreuzt ist wohl der Skagfirðingavegur, über den ich im Vorfeld kaum Informationen bekommen konnte.

Ich hatte eine Beschreibung, wo zwei VW Busse von Sunthellir zur 35 gefahren sind. Die Beschreibung klang recht spannend. Über die 35 (Kjölur/Kjalvegur, vormals F35 oder F37) hingegen wird viel gemeckert: Autobahnmässig ausgebaut, keine Furten, proppenvoll.

Wir wollten aber am Ende doch zur 35. Also die Piste nach Osten. Die rumpelte und pumpelte schon ganz schön und erforderte ganz klar Bodenfreiheit. Zwei- oder dreimal schlug irgendwas (ich vermute die Federpakete) auf. Die Ab- und Auffahrten vom Flusbetten waren recht steil. Alle Achtung vor Leuten, die das im VW Syncro machen!

Auf jeden Fall wissen wir jetzt zuverlässig, dass es da die Verbindung nach Westen zur 35 gibt, obwohl die auf kaum einer Karte eingezeichnet ist (auf der OurFootprints-Karte ist sie). Weiter nach Osten scheint es von der F35 aber nicht zu gehen – wir haben jedenfalls nichts gesehen.

Die Furt über Strangakvisl (65.040,-19.833) war ereignisarm und mit gutem Untergrund, höchstens 30 cm gegen 14:00 h. Mittagspause. Eigentlich wollte ich den Wagen abschmieren, aber der Untergrund war mir zu weich – will sagen schmutzig.

Weiter durch langweiliges, anstrengender Terrain zur 35. Die erkennen wir dann am Horizont: da saust ein Unimog mit riesiger Staubfahne auf der 35 nach Süden. Wir treffen die 35 bei 65.019,-19.598. Vielleicht alle 10 Minuten ein Auto. Die Landschaft der als so langweilig und touristisch überlaufen verschrieenen 35 – Steinwüste – finden wir viel interessanter, als die der letzten Stunden.

Hochtemperaturgebiet Hveravellir angeschaut. Naja.

Route, die bei 65° 19,548’N, 20° 11,218’W nördlich vom Hofskökull nach Osten führt, angeschaut, aber die war uns zu heftig. Ist auf den meisten Karten nicht eingezeichnet und hatte Warnschilder, die sehr deutlich darauf hinweisen, man solle nur in mindestens 2er Konvois fahren.

Neue (versetzte, d.h. weiter nach Norden umgezogene) Hütte Gíslaskáli (oder so) angeschaut.

Auf die F347 abgebogen. Die legendäre Furt oberhalb des Wasserfalls (64° 41′ 20.63″ N  19° 20′ 42.10″ W) ist inzwischen überbrückt. Der Wasserfall ist toll. Wir haben dann nach dem Wasserfall umgedreht.

An der Hütte Árbúðir ist jetzt das „Hrefnubudarkaffi„. Da gespeist und beschlossen zu übernachten.

Am nächsten tag sollte es dann zum Gletscher und nach Landmannalaugar gehen.

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  1. 25/26: Nacht im Hochland | Daheim & Unterwegs - 2013-12-22

    […] auf einer Hütte im Isländischen Hochland an der 35. Fast jedenfalls. Die Hütte Árbúðir war für eine Gruppe Pferdemädchen ausgebucht. Es gäbe aber noch ein kleines Haus mit einem […]

  2. Island 2013 – ein kleiner Reiseführer | Daheim & Unterwegs - 2013-12-31

    […] gibt es ein Café und in Landmannalaugar ein Shop Café in zwei ausrangierten Schulbussen (Tag 25 und […]

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