21: klassischer Island Tourismus

In Ásbyrgi scheint die Sonne am Morgen. Die Laune ganz oben. Tolle Duschen, Secundus und ich duschen zusammen für 500 Kronen 5 Minuten und werden beide sauber. Dann ist aber Schluss mit Sonne und den Rest des Tages ist es „bewölkt mit Schauerneigung“. Der Campingplatz ist aber sehr zu empfehlen. Trockenschränke sind ein nettes Extra. Die Kinder liebten den Spielplatz neben dem Duschhaus.

Nach der Übernachtung in Asbygi sollte es auf einer westlichen Nebenstrecke des Dettifossvegur (862) zum Westufer des Dettifossvegur gehen. Wir fanden auch das, was der Einstig sein muste, aber der sah doch sehr zugewachsen aus. Also an einem Haus am Rand des Weges gefragt: Nee, wir müssten zurück auf die 862. Das neben dem Haus sei nur „a Track for Farmers“. Hmm. Nächstes mal beim Fragen dass Buschtaxi im Blickfeld parken, so dass klar wird, dass wir nix gegen einen „Track for Farmers haben.“ Im nachhinein bin ich überzugt, das die Abzweigung von der 671 bei 66.022, -16.602 genau das gewesen wäre was wir suchten.   Aber immerhin – bei dem Schlenker sind wir wohl über „den“ Riss zwischen der amerikanischen und der Europäischen Kontinentalplatte gefahren.

Aber wir fahren brav zurück zur 862, wo uns eine ganze Kolonne Hochlandbusse entgegen kommt. Gen Süden. Piste, mal grünes Island, mal Mondlandschaft, ein knappes Dutzend Autos im Gegenverkehr. Es stellt sich heraus, dass wir wenn kein anderer im Weg ist, bequem 90 km/h auf der Piste fahren können. Dazu träg sicher auch bei das die Reifen mit 1.5 bar  brutal viel Auflagefläche auf dem Untergrund haben.

Die in dieser Gegend befindlichen Höhlen lassen wir links liegen. Dann der Dettifoss. Der ist grade mit einer neuen Teerstrasse an die Ringstraße angeschlossen worden und unser erster Kontakt mit Massentourismus in Island. Marsch vom Riesen-Parkplatz zu „Europas leistungsstärkstem Wasserfall“. Ist nen großer Wasserfall – ganz nett aber auch ganz klar kein Highlight unser Reise.

Weiter gen Süden zum Mückensee „Mývatn“. Da differieren unsere diversen Karten: eine hat nur die etwas weiter östlich verlaufende, neue Teerstrasse, eine andere nur die westlich Verlaufende Schotterpiste „alte 862“ und die nächste hat beides eingezeichnet. Wir wollen die Schotterpiste. Der Abzweig von der Teerstrasse bei 65° 48,062’N, 16° 26,678’W ist kaum zu erahnen und wir müssen in einem haarsträubenden Manöver vom Straßendamm runter auf die Piste. Die Piste war gut ausgebaut, etwa wie der Teil der 862 auf der wir aus Norden gekommen waren. Irgendwann eine Abzweigung (N 66.02651°  W 16.50254°). Die rechte Spur sah deutlich spannender aus, die nehmen wir! Ein Zaun war zu öffnen (und zu schließen) danach wurde es immer schaukeliger. Irgendwann waren auch die frischen Reifenspuren auf dem Pistenboden verschwunden. Dann kam ein Geröllfeld und es war unklar, wo die Piste weiterging. Ein Steinmann in der Ferne. Wir hätten da natürlich jetzt den Rand des Geröllfeldes abfahren können, um die Fortsetzung zu finden, aber das wäre dann doch zu sehr in Island verbotenes Off-Road fahren gewesen. Also zurück auf der alten F862 und von da zur Ringstraße. Aber: nettes Plätzchen in der „Sackgasse“.  3 Autos kommen uns auf der F862 entgegen. Der Anschluss an die Ringstraße bei 65° 39,621’N, 16° 32,931’W ist unübersichtlich, nicht zuletzt, weil da noch eine alte Trassenführung der Ringstrasse lang geht. Den hätten wir aus der Gegenrichtung wohl übersehen.

Auf der Ringstraße westlich (gegen den Uhrzeigersinn) zum Myvatn. Wir können am Horizont genau sehen, wo die Regenschauer nieder gehen. Spektakulär. Vor dem Pass zum Myvatn noch das Hochtemperaturgebiet Hverarönd. Da ist der Boden zum Teil über 100 Grad heiß. Pfützen kochen und aus Steinhaufen (warum immer Haufen?) kommt schwefeliger Wasserdampf. Es stinkt nach Ei (nichtmal nach faulem) und der Boden hat Wilde Farben, aber Schwefelgelb dominiert.

Im Vergleich zum Dettifoss ist der Touristenauflauf hier noch viel größer. Um den Mückensee Kreisen wir auf der Suche nach einem Campingplatz. Die alte Regel: je größer der Touristenansturm, je schlechter das Angebot, bewahrheitet sich auch hier. Ziemlich spektakuläre Lava kurz vor dem nördlichen Campingplatz. Wir fahren einmal um den halben Mývatn ohne eine Unterkunft zu finden, die uns behagt.

Das Vogafjos „Cafe im Kuhstall“ finden wir auch nicht. Wie wir zwei Wochen später bemerken waren wir sogar auf dem Hof (65.624 -16.924), haben aber nur Kuhstall und nicht Cafe gesehen.

Auf dem Platz, auf dem wir landen (Camping Myvatan bei 65.640, -16.911), stehen 3 VW Busse, die ich vom Allradler Fahrtraining her kenne. Hallo. Der Platz ist überfüllt, zum Glück waren wir nicht zu spät dran. Ständig Quälen sich Wohnmobile die enge Sackgasse zwischen den Campern durch, nur um sich dann im Rückwärtsgang  wieder rauszuquälen, weil einfach nichts frei ist. Der Besitzer weisen aber keinen ab, jeder „soll mal schauen, ob er einen Platz findet“. Wohl der isländische Ansatz, die Dinge zu nehmen. Die Kinder finden gleichaltrige zum Spielen. Ich kämpfe mit Regenplane und Grill. Am Ende sind wir aber trotz abendlichem Dauerregen satt und zufrieden im Bett.

Am nächsten Tag sollte es dann ins Hochland gehen.

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Island 2013 | Daheim & Unterwegs - 2013-12-22

    […] Der Campingplatz von Landmannalaugar ist so bizarr überfüllt, dass dies schon fast einen Umweg wert ist. Die atemberaubende Landschaft natürlich auch. Andere Campingplätze, die uns gefallen haben sind Ásbyrgi (Tag 20 und 21), […]

  2. 22: ins Hochland | Daheim & Unterwegs - 2013-12-22

    […] “Suduarbotnar” bei 65° 33.145′, -16° 58.585′  gefolgt, der uns bei der Suche nach einem Campingplatz am Vortag aufgefallen war. Erst Feldweg, dann […]

  3. 37: Abstieg aus dem Hochland | Daheim & Unterwegs - 2014-01-05

    […] einem Kuhstall” und da soll es ein Frühstücksbüffet geben. Lustigerweise waren wir schon vor zwei Wochen da gewesen, hatten aber auf dem Hof umgekehrt, weil wir dachten “Hier gib’s nur einen […]

  4. 20: ins leere Nordland – Langanes | Daheim & Unterwegs - 2014-01-05

    […] Morgen wird es bis zum Myvatn gehen. […]

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