Geschichte der Hardthöhle

  • Vor 370 Mio. Jahren Die Höhle befindet sich in einer Kalksteinbank der Honseler Schichten des Oberen Mitteldevon, entstanden aus Korallenriffen in einem flachen, tropischen Meer. Jahrzehnte lang wurde angenommen, dass es sich hier um zwei Höhlen handelt, die obere (OHH) und die untere Hardthöhle (UHH). Tatsächlich sind es drei Höhlen, die aber heute miteinander verbunden sind.
  • Sept. 1870 Die UHH wird vom Besitzer des Grundstücks, Rittershaus, der auf der Suche nach Wasser einen 25 m langen Stollen grub, angeschnitten. Erste Beschreibung der Höhle durch Carl Fuhlrott (Entdecker des Neandertalers).
  • Nach 1870Der Räuberhauptmann Carl Biebighäuser (1842 – 1900), der Robin Hood des Bergischen Landes, soll mit seiner 20köpfigen Räuberbande in der UHH sein Domizil gehabt haben. Nach anderen Darstellungen hauste er jedoch in einer Höhle am Mirker Bach, bzw. in einer „Waldhöhle“ am Bredtchen.
  • Vor 1900 In dem Gang, der hinter dem Stollen liegt, werden Stufen angebracht (Elefantentreppe). Das könnte darauf hinweisen, dass ein Schauhöhlenbetrieb angestrebt wurde.
  • Jan. 1909 – 1911 Beim Bau der Missionsstraße (heute Gottfried-Gurland-Str. ?) wird die OHH von dem Bauassistenten Meffert entdeckt. Daraufhin beginnen Mitglieder des Rhein. Westf. Höhlenforschungsvereins Elberfeld (Wolf, Paeckelmann und Zelter) mit den Forschungen. Zunächst wird der Eingang nur halb bedeckt, doch dann, um unbefugtes Eindringen zu verhindern, zugeschüttet. Damit weitere Forschungen möglich sind, stellt die Stadt Barmen bei jeder Befahrung der Höfos 2 Arbeiter zur Verfügung, die den Eingang wieder frei schaufeln müssen. Auf Antrag des Höhlenforschungsvereins und Anderer wird dann von der Stadt ein Eingangsschacht gemauert und mit einem Kanaldeckel verschlossen.
  • Sept. 1911 Die Mitglieder des Elberfelder Höhlenforschungsvereins veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse nebst Plänen der Unteren und Oberen Hardthöhle im 3. Heft der Mitteilungen ihres Vereins.
  • 1932W. Griepenburg untersucht die Tierwelt und kann 31 Arten feststellen.
  • 1943 – 1945 Die UHH dient als Luftschutzbunker. Dazu wird der Eingang mit einer Luftschleuse (Bunkertür) versehen und es wird  elektrische Beleuchtung installiert.
  • 1945 – 1973 Die UHH ist nicht verschlossen und für jeden zugänglich.
  • 1973Das Amt für Zivilschutz (Kalter Krieg!) verschließt die UHH mit einer fest verschweißten Stahlplatte.
  • Aug. 1979Durch Initiative eines Mitglieds des AKKH (M. Zschau) wird der Eingang mit einer verschließbaren Stahltür wieder zugänglich gemacht.
  • Jan. 1980Die UHH wird von Mitgliedern der AKKH neu vermessen (Zschau, Nau, Wegener).
  • Dez. 1981Fund eines Menschenskeletts (ohne Kopf, Becken und Armen). Da die Überreste von Stiefeln  (Knobelbecher)  bei dem Skelett gefunden wurden, wird angenommen, dass es  sich um einen beim Kapp-Putsch 1920 getöteten Mann handelt.
  • 1986 – ? Der AKKH entdeckt zahlreiche neue Gänge und sogar einen neuen Höhlenteil. Die OHH und die UHH werden durch ein 400mm Rohr miteinander verbunden. Die gesamte Höhle wird neu vermessen und ein neuer Plan erstellt.

Die Gesamtlänge der Höhle beträgt 4.037m , die Höhendifferenz 62 m.

Sept. 2012, Lothar Kruse, Arbeitskreis Kluterthöhle

P1010829a

(Seegang, UHH, Foto Ulrich Brämer, AKKH)

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