Rundtrack: Schmugglertour Ceret

Wenn es im Internet um Off-Road Reisen in den Pyrenäen geht, dann ist das magische Wort „Schmugglertour Andorra“ nicht weit. Das ist wohl das Muss für Allrad-Tourismus, klingt verrucht und wird sogar als geführte Tour angeboten. Nun liegt Andorra recht abgelegen. Näher am Mittelmeer und damit auch an der Autobahn von Frankreich nach Spanien liegen Ceret und las Illas in den Ausläufrern der Pyrenäen. Und auch da kann man – warum auch immer es einen danach drängt – abseits asphaltierter Strassen den 4×4 Reisen auf Schotter fröhnen.

Neben Le Perthus war in Las Illas lange Zeit ein bedeutendern Übergang über die Pyrenäen – hier wurde nicht geschmuggelt, sondern gewegelagert. Etwas weiter westlich in Frontfrede wurden – im spanischen Bürgerkrieg und in der Zeit der Vichy regierung – Menschen über die Berge geschmuggelt, woran die „Steele de Evades“ erinnert.

Image_2012.08.07_00-41-05.png.scaled1000

Die beschriebene 50 km Tour ist eine solide Tagestour und die 17 km Piste können mit einem robusten PKW bewältigt werden – wenn man nichts gegen Brombeer-Kratzer hat. Ein 4×4 ist aber sicher angebrachter. Zum Teil ist der Unterbau der Piste sehr freigespühlt und wir musten auf unserer Tour einen Kleinwagen zurück auf die Fahrbahn ziehen, der auf Steinen abgerutscht war.

Die Tour kann man auch auf Google Maps ansehen, oder als KML herunterladen.

Fahrzeit 5-6 h, Strecke knapp 50 km, überwundene Steigungen etwa 1500 m (zwischen 130 und 1240 müNN), knapp 17 km Piste, davon 1.5 km Beton. Knapp 6 km „gut ausgebaute Strasse“. Das ganze kann man sehr schön als Abstecher machen, wenn man von Deutschland nach Spanien unterwegs ist: 1. Tag bis „Le Boulou“ fährt, dort oder in Ceret übernachtet, dann die Schmugglertour macht, dann nochmal übernachtet und dann weiter gen Süden fährt.

Wir haben das ganze als Tagesausflug gemacht, aber nicht, wie im Roadbook beschrieben vom Parkplatz an der Teufelsbrücke aus, sondern vom Friedhof östlich der Stadt aus – deswegen weichen Roadbook & Track am Anfang & Ende etwas voneinander ab.

Wir sind zeitig aufgebrochen, haben uns im Supermarkt nördlich der Stierkampfarena mit Picknik Ausrüstung versorgt und dann ging es um den Ortskern herum auf den „Balcon de Ceret“.

Bald lässt man die Bebauung hintersich und hat recht nette Blicke auf Ceret. An der ersten Haarnadel Kurve kann man halten und runter auf die „Cascades de Ceret“ schauen. Hier steigen die Anhänger des Canyoning“ ab, um die Schlucht als grosse Wasserrutsche zu benutzen. Es folgt ein Aussichtspunkt und dann geht es scharf rechts auf der Bergseite ab von der geteerten Strasse auf die erste Piste (Nr. 6 im Roadbook). Wir nutzen diese Piste als Abkürzung zur „D13F“. Wenn ich mich recht erinnere, war diese Piste etwas rauer, und die Kurven mussten gelegentlich in mehreren Zügen durchfahren werden – nun hat unser HZJ78 aber auch 13 m Wendekreis, unhandlicher geht es kaum (SG3, nach Denzel). Die T-Kreuzung (7) ist auf den Karten zu finden, aber nicht auf Google Earth. Nach einer Gabelung (8, links halten) kommen wir auf der geteeten D13F an und folgen dieser nach links (9, SO).

Irgendwann biegen wir rechts auf die Geteerte Strasse zum „Pic de Frontfrede“ ein, und folgen der D13F nicht weiter nach „Las Illas“. Hier in der Gegend kann man zwei Gleitschirm Absprungplätze besichtigen, aber die Springer sind meist am späten Nachmittag unterwegs.

Man kann der Strasse jetzt bis kurz unter den Gipfel folgen. Dort gibt es einen Picknik Platz mit Bergquelle. Die Tour biegt aber vorher rechts in einer Haarnadelkurve auf eine Piste ab (11).

Die folgende Piste ist fast 10 km lang und ein bisschen holprig (SG3), und führt überwiegend durchd ei für ceret typischen Wälder – schöne Ausblicke sind ehr selten. Ceret ist die stadt, wo in Frankreich die ersten Krischen im Jahr reif werden und man findet auch immer wieder verlassene Kirsch-Plantagen, aber so weit oben ehr selten. Man kommt an einen nicht ganz so schönen Picknick Platz vorbei und landet irgendwan an einer Wiese, über die ein altes Dratseil gespannt ist – das ist die französisch spanische Grenze.

Wir haben in Spanien Picknick gemacht und die Umgebung erkundet. Hier könnte man sicher auch unauffällig übernachten. Es gibt allerdings keine Quelle und das Wasser im Löschwasserbehälter östlich der Wiese ist sicher ungesund.

Wir sind zu fuss dem Wanderweg in NW Richtung gefolgt, um die Eishöhlen zu besichtigen. Die sind aber ehr unspektakulär. Löcher im Boden, die mit Schne vollgestopft wurden um denn im Sommer unten Eis zu entnehmen – einen Entnahmeschacht konnten wir allerdings partout nciht finden. Etwas die Piste zurück und Bergauf soll es auch eine Eishöhle geben, aber die haben wir nicht gesucht.

Dem Wanderweg GR10 1 km in östliche Richtung folgend soll es die „Höhle der Wegelagerer“ (Trabucers) geben, aber auch die haben wir nicht gesucht.

Wer einen Abstecher machen will, kann auf der spanischen Seite bergan die Betonpiste zum „Roc de France“ hochfahren (14).

Wir sind die Betonpiste bergab gefahren (15). Die Betonpiste brückelt beharlich und wenn sie nicht repariert wird, sit sie vermutlich spätestens 2015 ein Trial Strecke. Da wo Beton am Rand ausbricht entstehen tiefe, klaffende, scharfkantige Löcher, aus denenen aber immerhin keine Amiereisen herausstehen. Noch (2012) sind wir aber um alle Ausbrüche hinaus gekommen.

Ein paar hindert Meter nach der ersten Linkskurve findet sich rechter hand eine Ruine – hier muss irgendwo in der näche auch ein Steinbruch sein. Auf einer liebevoll geschotterten Piste angelangt sind wir links abgebogen (16, SG2), haben Grotte und Schutzhütte (17) und die Erimitage „Les Salines“ besichtigt (18). Hier kann man wohl auch zu Mittag essen, aber scheinbar nur mit Vorbestellung. Hier herrschte reger Verkehr – auf der ganzen restlichen Strecke hatten wir praktisch keinen Gegenverkehr, hier sicher ein Duzend Fahrzeuge. Wir wenden, lassen die Betonpiste rechts liegen und biegen an der nächsten Gabelung links ab zum ausgeschilderten „Castell“ (19). Ab hier wird die Piste knackiger. Es beginnt mit Bodenwellen auf Sandigem Untergrund, die einen doch über den böschungswinkel des Geländewagens nachdenken lassen (ist aber auch mit PKW befahrbar). Dei weitere Strecke war zum Teil bis auf den Unterbau freigespühlt und hatte an zwei Stellen gruselig tiefe Rinnen. (SG4).

Die Spuren vom PKW Reifen liesen uns dann aber doch immer wieder an unserer Einschätzung der Piste zweifenln? Vielleicht ein Kübelwagen oder sowas? Dei Auflösung des Rätsels war dann, das wir ein Stück weiter einen kleinen Mietwagen, der mit einem Rad von der Fahrbahn gerutscht war, bergen durften – hatte sich al der Kram, den ich mitgeschleppt hatte, am ende doch gelohnt.

Das Castell ist beeindruckend, aber es gibt kaum „Parkraum“. Wir sind nicht hingegangen, weil wir befürchteten, dass der Weg für Fr. Kleinkind (3 Jahre alt) ehr ungeeignet wäre.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Rechter Hand geht es dann nochmal für Fussgänger nach Frankreich über die Grenze, aber wir fahren weiter, bis wir wieder auf Teer kommen und halten uns da links Richtung Frankreich (20).

Die Grenze hier ist seltsam, mit Denkmal und wenn ich die Beschilderung richtig versteht für Autobusse (?) gesperrt. Auf französischer seite geht es wieder als Piste weiter (21) mit jede menge Sperrungen und eigentlich nur einer erlaubten Strecke. Eine asphalttierte Spitzkehre war so eng und dazu noch zugeparkt, das wir 5 Züge gebraucht haben, um diese zu miestern.

Hier kann man jetzt den Ort Las Illas besichtigen, und der D13F (ja, die vom Anfang der Tour) in NW Richtung zu einer netten Kirche mit Friedhof folgen – schöner Picknickplatz. Die Tour geht aber in richtung NW nach Maureillas. (23, 24). Es wird auf der D13 eng und kurvig, bleibt aber geteert. Irgendwann kommt man an dem Ende einer Bergau-Seilbahn vorbei – hier kann man einen Erkundungsspaziergang in das Tal machen, da finden sich auch irgendwo tief unten ein paar weitere Bergwerksreste.

In Maureillas biegen wir auf die D618 in Richtung Ceret (26). Am Ortsausgang von Maureillas mann man parken und dsa Tal nach Las Illas ein wenig zurückwandern. Auf der weiteren strecke nach Ceret geht es nochmal rechts zum Landeplatz der Gleitschirmflieger ab (ausgeschildert).

Wenig später kann man noch eine Wanderung zu den „Cascades Du Ceret“ einschieben – ein schönes Plätzchen.

Img_2230

Am Ziel angekommen gab es bis vor einiger Zeit noch eine nette Furt durch den Fluss Tech, etwa 500 m stromabwärts von der Teufelsbrücke, aber die soll wohl nicht mehr befahren werden – ICh hab den Fehler gemacht da munter drauf zu fahren („steht nirgends das es verboten ist“). Dicke Verwerfungen im Beton-Untergrund und überall schauten Amiereisen raus – und als ich drüber war, war die weiterfahrt durch einen Erdhügel versperrt – der sich dann aber doch umfahren liess. Ich wäre mir auch cniht sicher gewesen, ob ich mich nochmal durch die Betonwüste der Furt getraut hätte.

Img_3680

Ceret selber ist sicher einen Spaziergang wert – die Innenstadt mit ihren grossen Bäumen und dem recht künstlerisch angehauchten Strassenbild ist ein schöner Kontrast zu all den Pisten, die man den Tag über hatte.

Die passende Karte ist Carte de Randonnee 1:25.000 „IGN 2449OT Ceret, Amalie les Bains, Vallee du Tech“ – da ist auch der gesammte spanische Teil der Route drauf. Die 1:100.000 Karte „Tourisme ed Decuverte „174 Beziers Perpignan“ beinhaltet auch die komplette Strecke, allerdings sind einige der Pisten nciht eingezeichnet.

Die Strecke ist bei Openstreetmap gepflegt, bei wikiloc anzusehen, oder als KML herunterzuladen.

Roadbook: 9627050-Schmugglertour Ceret

Ein Paar Tage waren wir von Spanien herüber gekommen. Ein paar Tage drauf ging es entlang der alten Eisen-Feldbahn. Eineinhalb Jahre später haben wir eine Teilstrecke auf dem Track „Nach Spanien“ gefahren.

Trackbacks/Pingbacks

  1. In Bekanntes Gebiet | Daheim & Unterwegs - 2013-03-02

    […] Aber wenig später ging es dann mit Kind und Kegel zur Schmullgertour. […]

  2. Track: nach Spanien | Daheim & Unterwegs - 2014-03-06

    […] Die Reisetage sind in den Berichten Nach Spanien & Nach Andorra samt Bildern zu bestaunen. Die erste Hälfte des Tracks ist identisch mit der Schmugglertour Ceret. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s