Pyrenäen: so richtig in die Berge

Nachdem wir am Vortag genug Geisterstädte besichtigt hatten, starteten wir zeitig im Parador de Bielsa, der mit seiner athemberaubenden Lage imponierte. Dazu ging es erstmal 12 Kilometer zurück aus dem “Valle de Pineta” bis zur A–132 in Bielsa, die wir wider Richtung Süden zurück nach Spanien fuhren.

Biels muss eine sehr bewegte Geschichte in jüngerer Zeit gehabt haben, allerdings haben wir nicht so ganz verstanden, ob es da um den zweiten Weltkrieg, oder um den spanischen Bürgerkrieg ging.

Gut 3 km nördlich von Biels auf der A–132 soll links eine Piste namens “Ctra de Chisague” recht nah an den Grenzkamm heran führen. 1.3 km weiter nördlich geht rechts eine Piste zu einem der Speichersehen in den Bergen. Aber für uns ging es erstmal südlich bis Salinas und dort links auf die A–2609 Richtung Plan gen Osten.

Das Tal ist athemberaubend. Nach 5 km gibt es eine Gabelung und wir halten uns hier rechts. Vorher hätte man Rechts nach “Saravillo” abbiegen können, von wo es eine schöne Piste zu einem Speichersee geben soll.

Nach der Gabelung kommen mehrere sehr “kernige” Tunnel. Die Strasse führt an einem Stausee vorbei und kommt dann endlich in Plan an. In Plan halten wir uns rechts über eine Brücke und dann links weiter in östliche Richtung. Ab hier beginnt die Piste.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es geht hoch und gibt Berge, Almen, Kühe, Wasserstellen, schöne Plätze zum wild zelten, die auch benutzt werden und an den Folgen leiden – beim Betreten der umliegenden Büsche ist äußerste Vorsicht geboten! Dieser Abschnitt ist wohl der schönste unserer gesamten Urlaubsreise. Die Strecke hatte (2012) zum teil einen arg freigespühlten Unterbau und die Kurven waren für unser Buschtaxi nicht immer in einem Zug zu nehmen, aber alles in allem angenehm zu fahren. Einige Pfadfinder, Wanderer und Radfahrer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Irgendwann ist man dann über den Pass in dem nächste Quertal. Hier findet sich eine bewirtschaftete Hütte, die von der anderen Seite (d.h. aus Richtung Osten) auch problemlos mit einem PKW angefahren werden kann.

Am Ende kommt dann der Asphalt wieder und einige zeit später landen wir im Tal auf der A–139/N–260, der wir weiter Richtung Süden folgen. Die Strecke bis hierhin ist ganz uneingeschränkt und ohne Wenn und aber eine Reise wert! Den Track gibt es hier.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Strasse führt jetzt durch eine zum Teil unglaublich enge Schlucht. Bei einem Kleinen Fototostopp merken wir, dass jetzt auch die “Stossfänger in Wagenfarbe lackiert” sind – das kostet doch üblicherweise Aufpreis, oder?

Im Ort Seira sollte es den Dolmen de Seira – ein “Hühnengrab” geben. Die Daten waren aber recht ungenau und die Beschilderung wo vorhanden recht wenig hilfreich. Am Ende sind wir dann den schildern folgend einen Feldweg herunter gefahren, der in einem Hohlweg endete, für den Unser Auto zu breit war. Wir haben dann hier auf einem frisch abgeernteten Feld versteckt hinter einer Hecke geparkt und si
nd der roten Route gefolgt: unter einem mächtigen Kanalviadukt über einen Fluss am Hang entlang (samt Hang-Abrutsch) Fand sich dann irgendwann der Dolmen unter der Schneise einer Hochspannungsleitung.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Beim Rückmarsch wurde uns klar, das wir auch der blaue Route hätten nehmen können, die praktisch bis kurz vor den Dolmen befahrbar ist und am Anfang eine Furt beinhaltet – wenn wir die entspreche Internetseite vor unserer Tour gefunden hätten …

Weiter auf der N–260 Richtung Süden. Dann in Campo links abbiegen auf die HU-V–9601. Diese wird wohl grade umfangreich ausgebaut und beeindruckte uns damit, dass wir plötzlich auf eine umfangreiche Strassenbaustelle mit Sprengarbeiten und allem Drum & dran gerieten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Img_3538

Von der Baustelle ging es zu dem Nest Sala, wo alles Kartenmaterial praktisch den Geist auf gibt. Laut Google Maps liegt Sala z.B. östlich einer T-Kreuzung – in Wirklichkeit führt aber eine Stichstrasse von Egea im Norden nach Sala und Sala ist das Ende einer Sackgasse. Munter werden aber Strassen von Egea an Sala vorbei nach Merle eingezeichnet. Nach einigem Suchen finden wir in der Nähe von Sala ein Wanderweg-Schild Richtung Merli – wo unser nächstes Etappenziel, ein “Hinkelstein” sein soll.

Aber das zeigt ganz klar auf einen Wanderweg, da passt unser Buschtaxi nicht so ohne weiteres durch. Letzter Versuch: vielleicht ist eine Hofeinfahrt ein Weg? Tatsächlich kann man durch ein Gehöft durchfahren. Aber nach wenigen Metern verliert sich der Weg in einer Wiese. Nach vielleicht 50 Metern stossen wir auf etwas, dass der vorhin entdeckte Wanderweg nach Merle sein muss und hier passt jetzt auch ein Auto auf den Weg.

Img_3539

Es folgen 8 km einsame, sehr kernige Strecke, bis man nach vielen Serpentinen nach Merle kommt. Dort gibt es tatsächlich einen Megaliten, ein nettes Örtchen, Picknickplätze. Von Merli führt eine Asphaltstrasse nach Süd-Ost. Alternativ gibt es einen geologischen Wanderpfad, der hier wieder auf die Strasse trifft und einige Karstphänomene beschreibt. Den Track gibt es hier.

Irgendwann treffen wir auf die A–1605 von wo es weiter auf grösseren Strassen geht – wir wollen langsam nach Osten kommen. Nächster Ort, an dem wir halten ist Xerallo, der durchs in altes verlassenes Zementwerk beeindruckt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Von da über La Pobla de Segur nach Sort. Der zweite Teil der Strecke ist sehr gut ausgebaut und bietet unglaubliche Gebirgsformationen. Immerwieder sind die kleinen Schlenker stillgelegter Strasse, die nach neuen Tunneln oder Brücken einfach so der Natur preisgegeben werden. Auf diesem Stück gibt es besonders viele.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Von Sort könnte man sich jetzt Nord/Östlich halten, um auf den berühmten Schmugglerpfaden über Llavorsi und Tor nach Andorra zu gelangen, aber das scheint ja alles Sehr touristisch zu sein. Wir hatten einen Plan über Juberri in Andorra Richtung Castellnou de Carcolze wieder aus Andorra heraus zu fahren, aber wir schenken uns den Schlenker ganz, es ist schon spät.

Stattdessen geht es weiter nach Ribera d’ Urgellet und von da die N–260 nach Osten. Von da zum Wintersportort Alp – Hier war nicht nur deutlich die Spanische Immobilienblase zu sehen, sondern wir waren auch Massiv über den ganzen Schizirkus, der da in der Sonne stand überrascht – Spanien und Wintersport hatten wir bisher nicht miteinander in Verbindung gebracht.

Von Alp ging es über die malerische GIV–4082 immer der Bahnlinie lang nach La Molina, dann weiter über die GI–400 und dann über die GIV–4016 nach Toses, wo die Bahn aus einem langen Tunnel wieder ans Licht kommt. Östlich von Toses macht die Bahnlinie eine Spirale im Berg, um Höhe zu verlieren. Weiter geht es östlich nach Ribes de Fresser. Es wird schon dunkel und wir schaukeln am Ende von “El Cami de Ribes” durch winzige Strassen, die gar nicht Buschtaxi-tauglich sind.

Am Ende finden wir raus das der “Cami” nicht nach Ribes führt, sondern es einfach noch 1.5 Kilometer weiter östlich auf der Hauptstrasse geht. Gegen 22:00 h kommen wir erschöpft im sehr schönen Hotel Resguard dels Ventes an, wo man uns noch ein Abendessen macht und fallen ins Bett.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Geisterstädte im Baskenland | Daheim & Unterwegs - 2013-03-02

    […] nächsten Morgen sollte es dann so richtig in die Berge […]

  2. In Bekanntes Gebiet | Daheim & Unterwegs - 2013-03-02

    […] der Bergetappe am Vortag sollte es heute in bekannte Gefilde gehen, ins französische Département Pyrénées-Orientales. […]

  3. 9: auf Schmugglerpfaden aus Andorra | Daheim & Unterwegs - 2013-08-01

    […] Westenn von Andorra gecampt. Da geht doch der Schmugglerpfad nach Spanien lang! Der, den wir letzten Sommer links liegen liessen! So nah kommen wir nie wieder […]

  4. Island 2013 | Daheim & Unterwegs - 2013-12-22

    […] Hobby: wir suchen Postantromorphe und Postindustrielle Landschaften – also Gebiete, aus denen sich der Mensch wieder zurück gezogen hat. Ich hatte […]

  5. Track: Camprodon – Ribes de Freser | Daheim & Unterwegs - 2014-02-08

    […] Eine der schönsten Strecken haben wir im Sommer 2013 in Katalonien mehr oder weniger durch Zufall entdeckt. Schon 2012 wollten wir eigentlich von Ribes de Freser “Querfeldein” nach Camprodon, sind dann aber doch der Hauptstrasse im Süden gefolgt. […]

  6. Track: Huesca: Salinas – Seira | Daheim & Unterwegs - 2014-02-08

    […] Strecke war der Höhepunkt unserer Spanientour 2012. Von Salinas auf die A–2609 Richtung Plan gen Osten. Nach dem Campingplatz kann man rehts […]

  7. Daheim & Unterwegs - 2014-02-08

    […] nicht mal so der Hammer, wir hatten auch gar nicht eine Piste erwartet, sondern wollten auf unserer Pyrenäentour 2012 eigentlich nur zum Megalithen von Merli. Das Navi hat uns dann über diese doch nicht so ganz […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s