Durchs Baskenland

Nachdem wir am Vortag aus Richtung Norden gekommen waren, wollten wir heute eine Landesgrenze – von Frankreich nach Spanien, aber keine Volksgrenze (beides Baskenland) zu überqueren.

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Gestartet haben wir in Guéthary mit einem Frühstück unter Bäumen auf der Hotelterasse – so muss Urlaub sein. Weiter sollte es an der Küste entlang in den spanischen Teil des Baskenlandes gehen. Zwischendurch versuchten wir noch einen Supermarkt für das Mittags-Picknick zu finden – da zeigte sich, dass bei „Location Based Search“ noch viel zu tun ist und uns recht mühseliges Kreisen in kleinen Ortschaften beschert war, bis wir fündig wurden.

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Zwischendurch sind wir noch beim „Europe Headquater“ des Surfmoden-Herstellers Quicksilver vorbeigefahren – eine Schüne Anlage, die eine sehr entspannte (Arbeits-) Athmosphäre hat. Beeindruckend fand ich die beiden tiefenentspannten endfünfziger, die gutgelaunt zum Büro schlenderten.

Vorher hatte ich mit Google Earth diesen Zugang zur Steilküste mit Parkmöglichkeit ausgeschaut. Das war auch ganz OK, allerdings war die Steilküste deutlich steiler, als sie auf Satellitenbildern aussieht. Etwas weiter östlich kommt man aber tatsächlich zum Wasser. Hier wäre es vermutlich noch netter zu parken gewesen. Meer, Wellen, Steile, alles was das Herz begehrt. Allerdings auch alles was Menschenmassen so mit sich bringen –  Abfall, Klopapier in den Büschen usw. Auch hatten wir das erste mal Angst vor einem Auto-Aufbruch. Also alles weggepackt, beide Handschuhfächer (Ja, wir haben ein 2. Handschuhfach statt Beifahrer-Airbag) offen gelassen, um zu zeigen, das da nix zu klauen ist.

Die vielen Reste von Steinbruch-Aktivität laden zum Erkunden ein, aber wir wollten weiter nach Spanien. Auf der Brücke zwischen Hendaye und Irun war es dann so weit, allerdings wies da kein Schild drauf hin. Sind wir jetzt in Spanien, oder doch noch nicht.?

Beeindruckend sind die Bahnanlagen zum „Umspuren“ der  Züge: Spanische Züge haben eine um über 20 cm breitere Spurweite als Zentral-Europa und eine andere Versorgungsspannung. Auch der mitten in den hafen gebaute Flughafen von San Sebastian beeindruckt – fast wie der alte Flughafen von Hongkong.

Wir arbeiteten uns an einer Strasse hoch über dem Hafen zu einer Stelle, die ich zum „Nord-Östlichen Punkt Spaniens“ erklärt hatte. Leuchtturm, Felsen, Meer, (erstaunlich leerer) Campingklatz, Kläranlage, zwei geschlossene Restaurants & brüllende Hitze – naja, dann eben ein paar Happen aus der Kühltasche und weiter.

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Zurück oben an der „Steilküste“ lang – durchaus schön, aber ich fahr nicht so gerne zweimal die gleiche Strecke. Im Nachhinein scheint es mir, als hätten wir auch runter zum Hafen fahren können, um weiter zu kommen.

San Sebastian und das Surfer Paradies Zarautz lassen wir links liegen. Auf Bilbao waren wir von Anfang an nicht sonderlich scharf, aber wir beschliessen auch die neolitische Höhle Santimamiñe und den „Künstlerwald“ Bosque Pintado de Oma von unserer Liste zu steichen: weniger Kilometer aber dafür mehr anschauen – so ist der Plan.

Stattdessen soll es nach San Miguel de Arrechinaga gehen. Wir haben die Kirche auf dem „Megalitic Portal“ gefunden, wo wie wegen des „Wunders der nicht kippenden Steine“  verzeichnet ist. Für die knapp 60 km Luftline brauchen wir gut zwei Stunden.

Das Navigationssystem (TomTom) und wir sind Unterschiedlicher Meinung wann man Landstrasse und wann besser Autobahn fährt. Wir Experimentieren mit dem „Winding Roads“ Modus, denn auf der Autobahn sind wir viel langsammer, als das Navi sich das vorstellt. Irgendwann schaltet sich dsa iPad 3 mit TomTom wegen Überhitzung ab. Ups. Ein anders Problem ist, das wir diverse Auto-Netzteile (mit bis zu 2.1 W) ausprobieren, aber keins davon in der Lage ist, das iPad im Betrieb zu laden. Wenn man nicht streng darauf achtet, immer wenn die Zündung aus ist, die Navi-Software aus zu machen, steht man schnell mit leerem iPad da.

Alles halb so schlimm: durch Markina-Xemein, wo die Kirche liegt fürht eine grosse Strasse, die BI633 und es führt eine kleine dahin, die BI4404. Wir nehmen die kleine, dsa passt von der Richtung besser, und wir wollen ja auch von der Landschaft was sehen.

Landschaft gibt es jede Menge: wild, bergig, und mit jeder Menge Serpentinen. Bei der Ankunft in Markina-Xemein beeindruckt ein spektakulärer Steinbruch, dafür ist die Kirche nicht ganz so beeindruckend.

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Was total fremd ist, ist die Sprache. Wir können einigermassen spanisch und französisch aber hier verstehen wir gar nichts. Ist das baskisch (in 7 verschiedenen Dialekten)? Handelt es sich um Ortsnamen? Wie soll man sich solche Namen merken? Hies dass schild jetzt „zum sowieso Dorf rechts“, „Schneeketten vorgeschrieben“ oder „Mautpflichtige Strasse“? Die Strassenbeschilderung ist für uns etwa so hilfreich, wie die in China.Obendrein gibt es die schöne Tradition der Baskischen Nationalisten, die spanischen Schilder und Namen zu übersprühen – das kennen wir aus dme französischen Katalonien und aus Ostbelgien.  Alles in allem ehr unangenehm für den Reisenden.
Auch überraschend: unsere Modeabteilung stellt fesst dass „die Basken tatsächlich diese beknackten Baskenmützen tragen“.

Auf dem Vorplatz der Kirche mit den grossen Steinen packen wir unsere Picknicksachen aus und speisen gemütlich – allerdings leicht von der Fahrerei angenervt – heute sollte doch der Tag mit wenig Fahren sein!

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Uns dämmert beim Anblick des Platzes, dsa es im Baskenland einen Sport „schwere Steine in der Manschaft schleppen“ geben muss, und das wir mitten im Stadion sitzen. Recherche heute ergab: es geht um Giza probak, die sanfte Variante, wo Steine geschleift werden. Alternativ werden auch Esel, Pferde und Ochsen über den Platz geschleift.

Nach einem kleinen Verfahrer (mit Dolus Evantualis) auf einen sehr robusten Waldweg, der mit einem Hotel in nur 8 km warb, sollte es Richtung Hotel gehen. Dabei wollten wir einen Schlenker vorbei an den Hühnengräbern „Iruarrieta dolmen“ oder „Agerreburu“ machen. Inzwischen gab auch die iPhone Ladehalterung „Tom Tom Car Kit“ den Geist auf, so dsas wir langsam aus Strommangel auf die klassische Navigation mit Karte angewiesen waren. Geht ja auch.

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Zwischendurch sind wir noch einen abstecher zu einer kleinen Kapelle gefahren, von der man einen beeindruckenden Blick auf Markina-Xemein und den Steinbruch hatte.

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Von Bergara ging es dann wieder auf kleinsten Nebenstrassen gen Osten. Da fand sich dann kurzum zu unserer grossen Verwunderung sowas, wie ein „Megalithen Wanderweg“ – scheinbar sogar mit einer Art Museum. 16 km an Hühnengräbern und dergleichen entlang. Picknickplätze und gut gelaunte spanische Urlauber. eienr unterzog grad sein Auto einer Innenruamreinigung während britischer Roch aus seinem Radio dröhnte – wir sind hier offensichtlich nicht mehr in Frankreich.

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Wir verliessen am Parkplatz die die GI-3750 zu Gunsten eines westlich paralell verlaufenen Pfades, in der Hoffnung zu den Megaliten zu gelangen.Nach 600 m wurde die Strecke dann recht kernig – offensichtlich fröhnen hier die Spanier ihren Allrad-Gelüsten. Nach etwa 1 km ist man an einer wiese auf der sich sicher auch schön Picknicken liess, dann wird die strecke noch robuster, weil von Traktorreifen mit tiefsten spurrillen versehen uns dann kommt ein Bauernhof, eine Teerstrasse und die nächste etappe des Megalithen Wanderwegs. Hier gibt es eine Quelle, eine Kapelle, Picknicktische, Infotafeln und (vermutlich nicht das ganze Jahr) etliche Spanier, die in der Sonne lagen. Wir bewundern eine Gedenktafel für einen DJ und fahren in nördlicher Richtung auf einer Piste weiter, halten uns dann rechts und schrauben uns um den Berg herum nach oben, bis die Motorhaube fast im Funkturm steckt. Ein Fliegenpilz als Gipfelkreuz lässt uns wundern, ob das Geschüttel der Schotterpiste nicht zu viel für unsere Nerven war. Den Track dazu gibt es hier.

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Etwas unterhalb findet sich ein Hinweis auf den total zerstörten „Tumulus“ Agerreburu, ein wunderbarer Wildzeltplatz und dahinter ein verwunschener Wald in dem es sicher von Gnömchen und Hutzelzwergen nur so wimmelt. Dazwischen seltsamme Steinmarkierungen im Wald.

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Hübsch! Track gibt es hier als GPX oder bei Google Maps.

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Für uns geht es zurück zur Kapelle und von da wieder auf die GI-3750 in nördliche Richtung nach „Azkoita“. Ein Tagebau und einige Industrieruinen laden zum erkunden ein, aber wir wollen weiter.

Eine Ecke weiter ist Azpeitiea, das uns mit dem Kirchenkomplex „Santuario de Loyola“ die Sprache verschlägt. Hier wurde St. Ignatius von Loyola geboren, der einer der Gründer des Jesuitenordens ist. Die stadt, die gefühlt am Ende der welt liegt ist voll mit Prachtbauten.

Wir folgen nicht der GI-2634 sondern nehmen die südliche Parallellstrasse nach Bidania, wo wir nach einigen Suchen das „Iriarte Jauregia Hotelfinden – die Google Lokalsuche hat hier wieder völlig falsche Koordinaten udn eine Strassenadresse gibt es nicht so recht.

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Das Hotel war schön aber komplett entkernt. Zwar „im Alten Stiel“ neu eingerichtet, aber die Zimmer hatten den annonymen sTandard moderner Hotelketten mit „Zimmerkarte zum Licht einschalten“, Klimaanlage und so weiter. Nciht unbedingt charmant, dafür aber wenigstens auch nicht muffig, wie viele der alten Gemäuer, in denen wir übernachtet hatten.
Das Hotel hatte während wir unterwegs waren schon angerufen. Ob wir Abendessen wollten? Klar. Abendessen draussen neben dem haus. Der Kellner war charmant, die Speisekarte interessant, das Essen … schlecht. Nicht nicht gut, sondern schlecht.
Am folgenden Tag sollten Geisterstädte dran sein.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Geisterstädte im Baskenland | Daheim & Unterwegs - 2013-03-02

    […] es am Vortag durch’s Baskenland gegangen war, ginge es zeitig los von Bidania. Wir wollten südlich unter den Pyrenäen lang […]

  2. Agarreburu – kleienr Gipfel im Baskenland – Daheim & Unterwegs - 2016-11-20

    […] Ein unspektakulärer, asphaltierter aber sehr schöner Track. Entdeckt auf der Baskenland-Tour 2012. […]

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