Befahrungsbericht Grotte Sainte-Anne 2012-04-24

Die St. Anne liegt etwas Südlich von Lüttich und gilt als Anfängerhöhle. Sie ist teilweise noch aktiv und hat – troz erheblicher Zerstörungen – immer noch beeindruckenden Sinterschmuck. Ein paar Bilder finden sich unter
Ich hatte mir vorher einen Neoprenanzug geliehen, der aber etwa eine Nummer zu klein war und der zum Glück zuhause geblieben ist – ich wäre an einem Hitzschlag gestorben – ein Neoprenanzug war definitiv nicht nötig.
Img_2574Stanne
Die Höhle liegt bei Tilff, etwa http://g.co/maps/dgs2e und ist mit einem Besucherarkplatz versehen. Der Eingang ist mit einem Tor versehen, an den der UBS-Schlüssel des Belgischen Höhlen-Dachverbandes passt.
Während wir uns anschlatzten kamen zwei Bankberater (Anzug, Krawatte, weisses Hemd) vorbei und fragten nach der Höhle. 20m weiter hatte ein Abenteuer-Veranstalter Berge an Schlatzen und Stiefeln aufgebaut und plante wohl eine Teambildungsmassnahme.
Die St. Anne ist viergeschossig und nach etwa 200m trifft man in der „salle de la cascade“ auf den im allgemeinen recht angenehmen wenn auch leicht „duftenden“ Fluss.
Wir haben uns von da ehr an die hohen Höhlenteile gehalten und sind durch die Selektive Engstelle „boit aus lettres“ („Briefkastenschlitz“) in den höchsten Teil „Resau Lemaire“ aufgestiegen.  Der Briefkastenschlitz ist auf einer Schräge mit vielleicht 50 Grad Steigung und war für mich mangels Abstossmöglichkeiten am Limit – Ich habe sicher eine viertel Stunde hoch gebraucht. Immerhin konnte ich mich allein durch einatmen gut verkeilen :-) Die Stelle ist auch völlig angstfrei, weil man sich nur entspannen muss, um wieder wohlbehalten in den unteren Gang zu rutschen.
Im Resau Lemaire gibt es zwei schöne, tiefe Seen und es wird noch aktiv im Osten und Westen gegraben. Im Westen („E“ in der Karte) versperren riesige Sintermengen den Weg, im Osten ist dass Buddeln fast wie im Bergischen.
Wie haben dann umgedreht, sind über den P10 geklettert, der professionell mit Haken versehen ist, und in der Flussetage bis zum siphon inferieur vorgedrungen – dazu muss man nicht den schacht nutzen. Weite Teile des Weges sind recht niedrig und die niedrigste Stelle kann man durch eine Engstelle umgehen (ich brauchte schon wieder einige Minuten) oder durchkrabbeln. Wie an einigen anderen Stellen steht das Wasser vielleicht 30 cm und darüber ist mindestens 20 cm Luft. Man behält also einen trockenen Rücken und an den meisten Stellen auch einen trockenen Bauch. Nur wenn man die Engstelle meidet, muss das Becken ins Wasser.
Die Höhle führt direkt in ein Plateau in dem mehrere Kilometer Höhle bekannt sind und auch „das andere Ende“ der St. Anne und des Siphon bereits  bekannt ist – d.h. Zugang durch eine andere Höhle. Auch auf dem anderen Flussufer sind viele Höhlen bekannt und werden aktiv beforscht.
Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viel Sinter ausserhalb einer Schauhöhle gesehen („wie – da darf man auch drauftreten?“) was aber sicher nicht nur an der St. Anne, sondern auch an mir liegt. Viel Russ aber weiter hinten auch wunderbar weisser Sinter.
Ich hatte die Helmkamera dabei, aber versehentlich eine randvolle Speicher-Karte reingesteckt, so dass ich am Ende zu meinem Entsetzen nur Filme aus Jordanien fand. Naja.
Als wir raus kamen, hatten die Banker-Typen schon ihr Bier leer und waren im Aufbruch. Ich habe derweil die Vorzüge einer Thermoskanne voll Gemüsebrühe kennen gelernt und derweil Werbung für die „Rude Nora“ Lampe gemacht – http://www.littlemonkeycaving.co.uk/Pages/default.aspx
Schön wars und ich danke Tony für die Führung!

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  1. Befahrung Trou d’Haquin | Daheim & Unterwegs - 2013-02-26

    […] als ”pour le guidage touristique et sportif” freigegeben und gilt zusammen mit der Sainte-Anne als extrem heruntergekommen. Sie wird von der Stadt Lustin als Touristenattraktion vermarktet und […]

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