Vulkanhöhlen, 2. Teil

Der dritte Tag des Symposiums begann mit einem unglaublich beieindruckend bebilderten Vortrag von John Bush über die Lava Höhlen auf dem Jeju Island in Süd-Korea. die Koreaner nehmen den Höhlenschutz sehr ernst. Ulkig ist die Geschichte von der Höhle, die gefunden wurde, als ein Loch für einen Laternenpfahl/Strommast gebohrt wurde und der Mast in dem Loch verschwand, weil man die Höhle angebohrt hatte. Sehr schöne Gangformen.

Ingo Bauer berichtete von zwei kleineren Höhlen in Hawai’i, deren Genese ganz anders war, als die, der am Vortag vorgestellten Hawai’ier Höhle.

Harry Marinakis präsentierte „A Method of Organizing a Lava Cave Data Base for Field Work“. Unterwegs interessieren einen Beobachtungen, Kartenmaterial und (andere, textuelle) Daten. Man sollte möglichst immer von einem anderen kommen. d.h. Was auf der Karte ist, sollte ich auch in der Landschaft finden (beobachten) können („Wo ist die Höhle?“), zu einer Beobachtung in der Landschaft sollte ich schnell die zugehörigen Daten finden können („Welche Höhle ist das?“). Daten in meinen Notizen sollte ich problemlos auf der Karte finden können („Wo verläuft die Störung?“) usw. sehr schöne Präsentation, die mir viele Hinweise für die Praxis gab.

Dann berichtete Sahar Jasmin aus dem Irak von früher Kultur-Nutzung von Höhlen. sehr beeindruckende neolitische Fundstücke wurden gezeigt.

Ingo Bauer berichtete zum Abschluss von Forschung zusammen mit Peter Bauer über das „Queens Bath“ einer sehr seltsamen Küstenstruktur in Hawai’i. Scheinbar hat die Brandung das Blockwerk von a’a Lava ausgehöhlt und dann wurde die Struktur später durch einen Lavafluss vom Meer abgeriegelt – wenn ich das richtig verstanden hab.

Danach war allerlei administriver Spass, denn die Bezahlung der Veranstaltung war von Anfang an ein riesen Chaos: in den Unterlagen war die BIC (SWIFT-Adresse der Empfängerbank) falsch angegeben. Kreditkarten waren angekündigt, wurden letztendlich dann aber doch nicht akzeptiert, Preise haben sich geändert, die early Bird Preise waren … durcheinander. aber mit gutem Willen ist am Ende alles geregelt worden.

Der zweite Block begann mit einer hervorragenden Überblicksvorlesunqg über die Entstehung von Lavahöhlen. Das ganze ist schwer zusammenzufassen. Spannend ist, dass in der Lava auch karstähnliche Erossionshöhlen gefunden wurden. Das ganze gehört eigentlich als Grundlagenvorlesung in jede größere speleologische Veranstaltung.

Danach berichtete Ahamad Al-Malabeth über das Yaroumuck-Decapolis Tunnel-System. siehe auch den Exkursionsbericht hier im Blog von vorgestern. Das Wasser wurde ursprünglich aus Adra (sp?) in Nord-Syrien mit einem gemauerten Kanal in Richtung Nord-Jordanien geleitet. In dieser Grenzregion gab es auch einen großen See, der wohl vor 40 Jahren noch existiert hat. scheinbar gab es da mehrere Seen und Dämme. das ganze System begann wohl auf 600 Meter üNN und ging dann runter bis auf etwa 450 m (?). Bei der reich bebilderten Vorlesung konnte ich leider dem Roten Faden nicht ganz folgen. Der Kanal geht jedenfalls erstmal oberirdisch und dann geht er irgendwann in das berühmte Tunnelsystem mit seinen Zugangsstollen über. Der Tunnel ist sehr geschwungen und folgt den Talwänden was ein bisschen verwundert. Der Tunnel überquerte mindestens ein Tal mit einem Aquäduct, wobei dies zeitweise für einen Gang gehalten wurde. In dem Tunnel steht bis zu 280 cm Wasser. Al-Malabeth berichtete, dass sein Großvater aus dem Tunnel Wasser mit einem Kanal ableitete und da Wasser für die Wassermühle (?) seiner Melonenfarm einsetzte. Daher kannte er den Tunnel. Zum Teil sind die „feeder Tunnel“ von Quellen recht niedrig und sehen fast wie typische Laugformen aus. üblicherweise sind sie 200 bis 300 cm hoch.

Bei der Untersuchung der Tunnel werden auch wieder komische Räume – in der Regel wohl Gräber – entdeckt. Eine andere Art mysteriöser Räume ist ein sogenanntes „Columbarium“ (?) – unklar wofür das ist.
Ein anderes Mysterium ist, dass es stellenweise zwei übereinander liegende Tunnel gibt, wobei der „obere Tunnel“ scheinbar nie fertiggestellt wurde.
Im Großen und ganzen bin ich durch den Vortrag aufs neue beeindruckt worden, wie unterschiedlich doch das europäische und das arabische Denken sind. Der arabische Ansatz ist doch deutlich holistischer, anstatt sich an Details zu verbeißen.

Danach berichtete Inas Aamar über die Geo-Ingenieurtechnischen Eigenschaften des den Tunnel umschließenden Gesteins und des Tunnels selber. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Kreide zwar ein sehr schwaches Baumaterial ist aber der Tunnel trotzdem, sehr stabil ist.

Danach gab es Abschlusszeromonie und damit war der theoretische Teil der Veranstaltung beendet. Morgen gehts ins Feld.

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