Höhlenforschung

Wer in den 70ern aufgewachsen ist, kennt Höhlenforschung als Doppelseite in jedem besseren Kinderlexikon: links ein tiefer Schacht, den jemand mit Helmleuchte herunterklettert, unten dann das Basislager und am unteren Bildrand dann die Höhlenforscher, die mit einem Boot einen unterirdischen See überqueren und Tropfsteine gucken. Betrieben wurde das ganze von Leuten in Frankreich, oder auf anderen Kontinenten. spannend, aber nichts, Wasser ich je machen würde wenn ich gross bin.

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Auf dem „Tag des Geotops“ 2009 hab ich dann rausgefunden, dass auch in unmittelbarer Nähe höhlengeforscht wird – auch mit Strickleiter und Schlauchbot, das volle Programm. Mit dem Arbeitskreis Kluterthöhle gibt es in unmittelbarer Nähe eine weltklasse-Truppe von Höhlenforschern.

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Also war ich am Samstag dabei. Es ging um ein Objekt in Remerscheid, von dem ein enger, ca 40-50 cm hoher, vieleicht 8 m langer und 30 – 40 Grad nach unten weisender Gang freigelegt worden war. Da wind „von unten“ kommt, liegt die Vermutung nahe, das es dort weitergeht und hoffentlich eine schöne Grosse Höhle wartet.

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Für sechs stunden war der Arbeitsablauf etwa so: Ganz unten („vor Ort“) schaufelte jemand den Lehm in einen aufgeschnittenen Kanister (oberstes Bild).  Dann zog der Mann auf die Mittelposition (meine Füsse im ersten Bild) den Kanister an einer Schnurr nach oben, bugsierten Ihn um eine Engstelle (zweites Bild) und dann konnte er rausgezogen und in „richtige“ Eimer entleert werden. Das letzte Glied der Kette musste Eimer wegschleppen.

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Auf die Art und weise haben wir uns vielleicht 5 m in 6 h vorgearbeitet. Zwischendurch durfte ich auch mal nach vorne an die „Ortsbrust“, aber das war nur von bescheidenen Ergebnissen gekrönt. Man stelle sich einen Gang so eng vor, dass man sich nur mit Mühe vom Bauch auf den Rücken drehen kann. Und natürlich auch nicht ohne weiteres einen Arm von hinten (Hüfte) nach vorne (vors Gesicht) bewegen kann. Der Eimer wollte schon gar nicht an mir vorbei, bevor ich nicht 90 cm zurück gekrochen war. Als der Eimer dann vor mir war, war überhaupt kein Platz mehr, an dem Ding vorbei zu greifen, um Lehm einzuladen. Obendrein ging es steil bergab und „alles was man runterwirft, muss man nachher wieder hochholen“. Und selbst wenn ich hätte vernünftig graben können – mir war nicht ganz klar, wo ich weiter graben sollte: „Dem Luftzug nach!“ Aber wo kam der her?

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Ich hab den Eimer halb voll gekriegt, indem ich den Arbeitsplatz etwas verbreitert habe und ihn dann ausleeren lassen („Hey, beim drei halbfollen Eimern gibt’s nachher beim Abendessen keine Vorspeise“) und dann wieder die Maulwürfe rangelassen, die schneller Gruben, als ich Eimer auskippen konnte.

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Am Ende war der Gang dann genug aufgeweitet, das man sich umdrehen konnte und es wurde nach unten weitergearbeitet, wo es vielversprechend aussah. Ein Fausgrosses Loch liess ein Echo vernehmen, aber es sollte pünktlich zum Abendessen gehen („Pah! Früher hätten wir doch jetzt nicht aufgehört. Mädchen!“). Danach gab es beim Griechen 5000 Kalorien für jeden.

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Nett wars und ich war wesentlich Dreckiger, als meine Kinder es beim Spielen werden.

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