Webmontag am 23.07.2007 in Köln

Montag war Webmontag in Köln im Spielplatz am Ubierring in Köln.

Es gab sieben Vorträge, die dann auf Grund der Menge von zehn auf fünf Minuten pro Vortrag verkürzt worden sind. Der erste Vortrag war von Gleb Tritus und Thorsten Borsch über Townster.

Was ist Townster? Im Townster-Blog liest man:

„Townster ist eine Verbindung aus Community und lokaler Suche. Durch Einbeziehung von Userbewertungen und eines ausgeklügelten Matching-Verfahrens ist es unser oberstes Gebot, lokale Informationen besser auffindbar zu machen. Bei Townster kannst du neue Leute über deine Lieblingsorte finden sowie im Umkehrschluss neue, interessante Orte über andere Personen entdecken.“

Ich persönlich finde die Idee von Townster recht interessant. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk in dem man mal nicht direkt über Freunde verlinkt wird, sondern über Orte. Das ganze funktioniert ähnlich wie bei Amazon: Leute, die diese Location besucht haben, waren auch an folgenden Orten. Je mehr Locations man gemeinsam hat, desto ähnlicher sind sich die Personen, so Gleb Tritus. Das einzige, was an Townster zur Zeit stört, ist das man sich anmelden muss und dass man gezwungen ist, seine komplette Adresse einzugeben. Video zum Towster-Vortrag.

Als nächstes sprach Dominik Boecker über seine Tätigkeit im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, eine Aktion gegen die totale Protokollierung von Telefon, Handy, E-Mail und Internet.

„Nach Plänen von CDU, CSU und SPD soll ab 2008 nachvollziehbar werden, wer mit wem in den letzten sechs Monaten per Telefon, Handy oder E-Mail in Verbindung gestanden oder das Internet genutzt hat. Bei Handy-Telefonaten und SMS soll auch der jeweilige Standort des Benutzers festgehalten werden. Anonymisierungsdienste sollen verboten werden.“

liest man auf der Seite der Aktion.

Ich hatte den Eindruck, dass der Vortrag beim Publikum nicht ganz so gut ankam, war vermutlich nicht webzweinullig genug Video vom Vorratsdatenspeicherungs-Vortrag.

Danach erzählte Oliver Ueberholz etwas über seine Instant-Social-Network-Applikation mixxt mit der man innerhalb von 10 Minuten sein eigenes Social Network aufsetzen kann. Oliver über mixxt:

„Bei Mixxt kann jeder sein eigenes Social Network anlegen. Ganz einfach, schnell und auf Wunsch auch detailliert. Aber braucht jeder sein eigenes Social Network? Nicht, wenn jeder sein eigenes Verzeichnis für angehende Akademiker machen möchte. Aber in vielen anderen Bereichen macht es nicht nur Sinn, es ist sogar der einzige Weg für alle, genau das zu bekommen, was sie haben / nutzen möchten. Denn jeder richtet es sich so ein, wie es ihm/ihr passt.“

Oliver hatte leider im Vortrag einige Probleme mit der Technik, die Programmierer von mixxt waren wohl noch fleißig, eine Fehlermeldung jagte die nächste. Nichtsdestotrotz konnte man einen schönen Eindruck von der Applikation gewinnen. Insbesondere die GUI, wie man einzelnen Module per Drag und Drop zu seinem Netzwerk hinzufügt, hat mir gut gefallen.

mixxt ist noch nicht komplett am Start, allerdings läuft das Netzwerk für BarCampCologne2 bereits auf mixxt. Video vom mixxt-Vortrag.

Frank Engel berichtete als nächstes über TownKings. Der Webseite von TownKings entnimmt man:

„TownKings ist eine Community für Dich und Deine Stadt. Triff reale Personen aus Deiner Umgebung, reale Dates und realer Spaß. Bei TownKings erfährst Du was in Deiner Umgebung abgeht oder lädst Freunde zu realen Parties ein.“

Nun, Frank hatte einige Probleme verständlich zu machen, was der Unterschied zwischen Townster und TownKings sei. Ich nahm am Ende mit, dass sich bei Townster die Leute über Orte vernetzen und bei TownKings eben die Leute direkt. Ich muss allerdings gestehen, dass mir TownKings überhaupt nicht zusagt. Die Webseite ist durch die vielen Flash-Gimmicks nahezu unbenutzbar. Von Usability keine Spur. Video vom TownKings-Vortrag.

Danach stellte m.eik michalke seinen OpenMusicContest vor.

„Das wirklich besondere an diesem bundesweiten Bandwettbewerb stellen die einmaligen Teilnahmebedingungen dar: Die Musikstücke, mit denen sich die Bands bewerben, müssen unter einer Creative Commons-Lizenz stehen. D.h. diese Musik wird „frei“ — sie darf kopiert und verbreitet werden, solange dabei die Urheber des Stücks genannt werden und wiederum auf die Lizenz hingewiesen wird. Dabei können die Bands darüber entscheiden, ob dies auch für die kommerzielle Nutzung gestattet ist, und ob die Stücke auch in veränderter Fassung verbreitet werden dürfen oder nicht. So ist es möglich, die veröffentlichten Sampler auch zum freien Download anzubieten.“

heißt es auf der Webseite.

Interessant fand ich, dass die Leute, die sich beim Contest bewerben von der Creative Commons-Lizenz noch nie etwas gehört haben.

Anschließend versuchte Fukami anhand der TownKings-Seite einige Flash Security Basics zu verdeutlichen. Als er die erste Folie mit Source-Code auflegte, hatte er allerdings 90% des Publikums bereits verloren.

Es ging vor allem darum, dass es auf vielen Seiten, die Flash einsetzen, es unter bestimmten Umständen möglich ist, eine Crosssite-Scripting-Atacke auszuführen.

Das heißt ich kann durch Code, den mit mit URL übergibt, Daten an eine andere Domain weiterleiten. Klickt ein User, dann auf die so veränderte URL und gelangt darüber auf seine Wunsch-Webseite, werden Daten nicht an die Webseite übergeben, auf der man sich befindet, sondern eben an den Angreifer. Der Vortrag wurde schließlich abgebrochen, da sich die Demonstration nicht auf dem Beamer darstellen ließ. Fukami hat sie dann nachher noch allen Interessierten auf seinem Rechner gezeigt.

Der letzte Vortrag von Martin Kölsch und Dominik Schöneberg stellte das Kaufberatungs-Wiki konsumo (Blog) vor. (konsumo.de noch nicht freigeschaltet und zur Zeit nur für Beta-Tester mit Passwort zugänglich.) Konsumo sieht sich nicht als Konkurrenz der herkömmlichen Shopping-Portale wie Dooyoo oder ciao sondern eher als Vorstufe dazu.

Auf konsumo sollen von Nutzern für Nutzer bestimmte Produkteigenschaften und Abkürzungen erklärt werden. Produkte auf konsume können von der Tomate bis zum Fernseher aber auch Lebensversicherungen, alles sein, was man käuflich erwerben kann. Besonders die einfache für Wikis unübliche Seitenstruktur hat mich überzeugt. Ob man das dann allerdings noch Wiki nennen kann? Trotz der harten Kritik des Publikums, bin ich der Meinung, dass das Konzept eine sehr interessante Idee ist, die durchaus funktionieren kann.

One comment on “Webmontag am 23.07.2007 in Köln

  1. mdornseif
    2008-10-16 at 07:42 #

    Lustig, dass all die genannten Fimen natürlich jeden Tag eifrig nach Ihrem Namen auf Technorati suchen.

    This comment was originally posted on 20070726T05:44:31

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