On-Road, Offroad und Fahrzeugbergung

„Damit kommst Du sicher überall hin, oder?“ das ist oft die Gesprächseröffnung, an der Tankstelle, die ich höre. Kurze Antwort: „nö“.

Ich fahre ja eigentlich einen aufgepimpten Strassen-LKW. Ein Schlechtwegefahrzeug. Das ist kein Zetros, KAT, Unimog. Aber ganz ehrlich: auch diese Dinger kommen meist nicht weiter „wo kein Weg ist“. Auf einer Wiese, in einer Sand- oder Salzwüste und von mir aus auch in der Steppe kann man vielleicht querfeldein fahren.

img_8952Aber im Wald, im Busch, in den Bergen, im Sumpf, in allen anderen Formen der Wüste, Tundra, Getschern, der Stadt und überall sonst fährt man eigentlich immer da lang, wo schon jemand anders lang gefahren hat. Und üblicherweise auch schon ein wenig den Weg bereitet hat. Man ist also schon auf einer Art Straße/Weg/Piste unterwegs.

Auf der ganzen Russlandtour waren wir nie weiter als 10 Meter von auf der Strasse, die sich auf OpenStreetMap findet, entfernt. Die meisten waren auch auf einer 1:2 Mio Strassenkarte verzeichnet. Kurzum: das war nicht Off-Road sondern Right-On-Road. Auch in Island war ich kein mal Off-Road unterwegs, wobei die Strasse teilweise nicht immer so leicht von der restlichen Landschaft zu unterscheiden war …

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Gibt es einen Weg nach Khulimsunt (Хулимсунт)?

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Unser Versuch nach Khulimsunt (Хулимсунт, Hulimsunt, Khulim-Sund) zu fahren ist ja gescheitert. Aber ist es generell möglich?

Laut Wikipedia gibt es keine das ganze Jahr befahrbaren Strassen dort hin.

vmware-fusionsnapz020Scheinbar gibt es aber eine Strasse nach Nyaksimvol (Njaksimvol, Няксимволь), die möglicherweise das ganze Jahr befahrbar ist, aber das ist eine Sackgasse – immerhin mit Flughafen. In Nyaksimvol soll es übrigens steinzeitliche Funde geben. Und eine GISS-Klimastation. Karte dazu „Card sheet P-41-49,50 Nyaksimvol. Scale: 1: 100 000, 1959/1961“

Laut der nebenstehende topografischen Karte ist das aber auch „nur“ ein Zimnik (зимник, Winterstrasse)

Es soll Zimniks (зимники, Winterstrassen) nach Yugorsk (Югорска) im Süden, Igrim (Игрима) im Osten, und Pripoljarnyj (Приполярный) im Westen. Die von Jugorsküber Agirish  kenne ich. Die nach Igrim geht 140 km gen Osten parallel zur Pipeline Trasse. Pripoljarnyj (Приполярный) ist 100 km westlich an der Pipeline Trasse, kurz vor dem Ural.

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Wie nördlich kann man den Ural unterhalb ManPuPuNer queren?

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Nach dem Scheitern unserer Uralquerung frage ich mich, wie weit nördlich (aber südlich von Man PuPu Ner bei  N61°) man den Ural bzw. die Grenze Perm/Sverdlovsk Oblast queren kann.

Wir hatten östlich von Tyoplaya Gora bei N58.5° auf Asphalt gequert.

Bei  N58.67°,  58.68° und 58.69° gibt es je eine querende Piste westlich der Stadt Kachkanar. Etwas Süd-östlich davon sollen Atomwaffen gelagert werden.

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Can you drive to Manpupuner?

 

dsc00057Man PuPu Ner (Мань-Пупу-нё) or the „Seven Strong Men“ (wikipedia) are an impressive and hard to reach stone formation in the Urals, Russia at about N 62.253541 E 59.295273.

In Summer 2016 we tried to drive as close as possible to Manpupuner as possible coming from the south via Ivdel. This happened during our western Sibiria trip. I had asked around before but got little feedback on the possibility to get there. It can be done by motor sled in winter and has been tried by bike.

We where driving highly offroad capable but heavy and large trucks. 3.7 m high, 2.55 m wide, about 11 t, 125 cm diameter 14.00 tires and high ground clearance.

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Die deutschen Karten vom Ural

ural-de-1942Wenn man Karten vom Ural sucht, kommt man irgendwann auf die russischen Militärkarten.

Wired hat die Story, wie diese Karten entstanden sind, und wie sie „frei“ im Internet verfügbar geworden sind.

Wenn man dann weiter sucht, kommt man zu mapstor.com – die nehmen Geld dafür, dass man die Sowjet Karten bequem herunterladen kann und sie schon georeferenziert wurden. (Mit OziMapConverter kann man das dann auch leicht in QuoVadis GPS verwenden).

Tja und da findet sich dann auch „German military 1:1 000 000 (~1941): 5 maps“ und „German military 1:300 000 (~1942)„. Hossa. Weiterlesen

Westsibirien 2016 – die Route

Im Sommer 2016 waren wir das westsibirische Tiefland -also die Gegend östlich des Ural – erkunden.

Die Anreise

Es ging für mich von zuhause aus nach Lübeck-Travemünde (Tag 1) und von dort mit der Fähre in 30 h  nach Helsinki (Tag 2) und dann bis zur russischen Grenze am Grenzübergan Niirala, ca. 250 km nördlich von St. Petersburg (Tag 3).  Ich hab den kleinen, nördlichen Grenzübergang genommen, anstatt den bei St.Petersburg/Leningrad weil ich lange LKW-Schlangen und den Verkehr um Leningrad umgehen und mir Karelien anschauen wollte.

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Dann ging es über die Russische Grenze nach Karelien, am Ladoga- und Onegasee vorbei bis in den Wologda Oblast (Tag 4). Dabei fand ich schon erstaunlich „offroadige“ Strassen – obwohl ich die wirklich nicht dediziert gesucht habe.

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Um Gazprom drumherumm nach Norden? Feststecken im Fluss.

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Nachdem wir ausser Sichtweite der Gazprom-Schranke sind, überlegen wir uns nochmal genau, ob wir nach Yugorsk (Югорск) wollen.

Nö.

Eigentlich wollen wir nach Svetlyy (Светлый) und von da nach Khulimsunt (Хулимсунт). „Mein Navi wollte eh vor 10 km rechts abbiegen“. Ein bisschen Kartenstudium später zeigt sich: die gut ausgbaute Trasse ging etwa 30 Kilomenter zusammen mit der „offiziellen Strasse“, die knickte aber dann nach Osten ab, während die Trasse auf der wir unterwegs waren gradeaus weiter ging. „Ich hab da auch einen Waldweg abzweigen gesehen!“

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Gefangen in Gazprom-Land

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DSC00270Nach dem Flop nördlich von Agirish (Агириш) sahen wir noch einen anderen Weg, nach Khulimsunt (Хулимсунт) zu kommen: Von Punga (пунга, wohl ehr ein Fluss, als ein Ort) westlich von Svetlyy (Светлый) geht eine Pipeline Trasse direkt nach Khulimsunt. Da führt auch irgendwie eine Strasse hin, also auf bis zur Kreuzung, wo wir von der Nord-Süd Betonpiste nach Westen Richtung Agirish abgebogen waren!

Da war irgend ein Schild, dass auf den kommenden 40 km? oder in 40 km? Ach egal! Also auf Betonplatten ins Abendrot geritten. Auf OpenStreetMap (OSM) heist die Strasse „Avtozimnik Sovetsky – Igrim“. Klingt doch gut. Sovetsky (Советский) ist der Nachbarort von Jugorsk, wo wir herkommen. Igrim ist fast da, wo wir hin wollen. „Avtozimnik“ bedeutet … ach, egal!

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DSC00264Im Dunkeln kommen wir an einer Gabelung an. Den Plattenweg weiter gradeaus scheint ein Wachposten zu sein. Da wo es auf Schotter weitergeht ist eine offene Schranke und ein grosses Schild. Huch hier geht ja Internet und damit Google Translate.

DSC00263Derweil schaltet der Wachposten scheinbar schon seinen Suchscheinwerfer ein. Irgendwie sollten wir ja gar nicht hier sein. Wir fühlen uns extrem unwohl. Dann eben nicht! 120 km zurück nach Jugorsk! Hmm. Irgendwie sind wir heut Abend beide hasenfüssig drauf.

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Dies ist kein Weg nach Хулимсунт (Khulimsunt)

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Nach einem ereignisreichen Tag und einer feierlichen Nacht war es spät in’s Bett gegangen und wir wurden vom Klang von Regen eingeschläfert. Viel Regen. Aber wir standen ja auf einer Kuppe.

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Am nächsten Morgen war ich doch etwas überrascht: ein Großteil unserer Reifenspuren war verschwunden und die Fahrbahn hatte in weiten Teilen eine ganz neue Decke aus Schwemmsand bekommen. War das ein gutes oder schlechtes Omen?

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Brücken bauen nach Khulimsunt

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Nach einer weiteren Nacht in Ivdel wollten wir endlich den Bogen nach Norden schlagen. Tanken bei LUK Oil mit allgemeiner Bargeldverwirrung. Auf wunderbarem Asphalt, auf dem einem 85 km/h fast zu wenig vor kam, ging es nach NOO Sovetskiy (Советский) – da endet die Strasse im Grunde und es geht nur noch mit einer Bahnlinie weiter.

An der Republikgrenze Svedlovsk/Khantia-Mansia wird die Strasse sofort bedeutend schlechter. Aber zunächst werden wir von einem “Posto die Blocko” rausgewunken. Nix passiert. GSL weisst mich darauf hin, das man hier zum Polizisten geht und nicht umgekehrt. Ich packe also Pass, Fahrzeugpapiere, Grüne Versicherungskarte etc. und ab zum Offiziellen. Ich hab inzwischen schon gelernt, dass man solche Treffen sehr verkürzen kann, wenn man direkt das russische Visum aufschlägt. Dann gibt es was in Kyrillisch zu lesen und die Staatsmacht muss nicht so tun, als würde sie meinen Pass lesen und verstehen können. Ob ich Russisch könne. Ich rede auf Deutsch auf ihn ein, “Camping Car”, “Turist”, “Kirow”, “Man PuPu Ner”, “Tourist”, “Camping Car”, “Ural” …

Er versucht noch ein paar Fragen auf russisch und drückt mir dann entnervt den Pass in die Hand. Ich soll mich trollen. Gerne doch. Bei GSL schaut er nur noch der form halber rein, als auch der den dummen Touri raushängen lässt.
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