Daheim & Unterwegs

Spanien & Portugal

Quer durch Spanien umfahre ich Madrid so großzügug, das ich durch Portugal komme. Dort wartet eine kleine Fahrzeugreparatur und zurück in Spaninen eine uralte Brücke.

Morgends-ueber-Felder Ich wache wieder auf, bevor es hell wird. Kurzes Frühstück dann in los. Über dunkle Felder. Durch den Zwiebeligen Ort und schnell bin ich auf der Autobahn, Irgendwann geht hinter mir die Sonne auf.

Sonnenaufgang-auf-der-Autobahn
An Salamanca vorbei und bei Ciudad Rodrigo Richtung Westen nach Portugal abknicken.

Nach Portugal? Ja, da war ich noch nie und so passiere ich Richtung Guarda die Grenze. Maut scheint in Portugal ein ziemliches Problem zu sein. Ich soll mich ein paar Kilometer hinter der Grenze an einer automatischen Station [1] registrieren - dann wird die Maut irgendwie über Kennzeichenerkennung abgerechnet und von der Kreditkarte abgebucht. Auf der Busspur wird grad gebaut, in die PKW Spur pass ich nur mit dem Schuhanzieher. Registrierung klappt, grünes Licht, Schranke auf. Ich schaue auf den Regestrierungsbeleg: Bei Kennzeichen steht Read Error - naja, nicht mein Problem, viel Autobahn hab ich eh nicht geplant.

An der ersten Abfahrt geht es Richtung Süden auf der 324. Ganz schön ländlich hier. Hinter Cerdeira [2] tanke ich. Eine Frau in Kittelschürze kommt aus dem Imbiss/Supermarkt und betankwartet mich. Uhi, das ist teuer! In einem Komischen Kabuff zahlen. Keine meiner Karten geht. Naja, dann bar.

Ein Stück weiter sehe ich ein Schild zu einem Intermarche und fahre einkaufen. Ich muss erstaunlich lange durch den Ort kurven, bis ich den Supermarkt gefunden habe.[3] Uhi. Nicht nur hier im Supermarkt merkt man doch, dass es dem Land wirtschaftlich nicht so prächtig geht. Ich kauf mir Eis am Stiel und arbeite ein bisschen.

Verbrantes-Portugal

Auf der weiterhin immer noch recht kurvigen Strecke sehe ich viel frisch oder vor 1-2 Jahren verbranntes Land. Das verbreitet eine seltsame Stimmung. Vor allem mit den Felsbrocken, die sonst unter Gestrüpp versteckt sind und nun offen und leicht verschmort da liegen.

Eigentlich hab ich Faro im Auge. Aber ich soll mich ja nicht immer ablenken lassen: Marokko ist das Ziel. Und hier auf Portugisischen Ladnstrassen kommt man ECHT langsam voran. Also zurück nach Spanien Richtung Fähre.

Bei glühender Hitze - zwar nur 29 C, aber knallende Sonne - esse ich ein Eis und mache einen Kontrollgang um's Auto. Oh, die Schraube am Reserveradhalter sollte ich nochmal nachziehen.

Telesteps Kommt man nicht gut dran, aber seit 15.000 km fahre ich ja eine Telesteps-Ausziehleiter spazieren. Was ich dann sehr schnell lernen muß: So eine Leiter hat jede menge kleine feine bewegliche Teile innen drin. Die sind nicht sonderlich Pistenfest. Und wenn die zweite Sprosse von unten nicht einrastet, bleiben auch alle Sprossen darüber nicht in Position. Ich hämmere also Schweißgebadet etwa 20 Minuten auf alle möglichen Teile, Griffe, Knöpfe und Hebel der Leiter ein, bis sie in Position bleibt. Dann ziehe ich zwei Minuten die Schraube fest. Nass, aber tief befriedigt, der Leiter gezeigt zu haben, wer hier Herr und wer Hund ist geht es weiter.

Ich mag die Landschaft. Das ist wohl die Extremadura. Ein Schild zeigt zwar nicht ganz in die Richtung zur Autobahn, aber da soll es eine Brücke geben, die nur bis 20t zugelassen ist. Das zieht mich natürlich an, wie Käsekuchen die Fliegen anzieht.

Bruecke-von-Alcantaro-ueber-den-Tajo

Die [Brücke von Alcántara] ist gut 1900 Jahre alt, die Gegend ist schön, was soll man sagen? Die Römer wußten schon, was sie taten.

Steirkampfarenen. Eine nette Entschleunigungsidee: Wenn man am Ortseingang schneller als 50 fährt schaltet eine Ampel in der Ortsmitte auf Rot und lässt einen ein bisschen warten, bevor man weiter darf.

Spanien-am-Abend

Mangoldpfanne Irgendwann dann Nachplatzsuche. Alles ist hier landwirtschaftlich genutzt. Ich finde mich schon fast damit ab, in einer Feldeinfahrt direkt an der Landstrasse zu übernachten, finde dann aber doch noch im letzten Licht einen ganz brauchbaren Platz. 712 km heute. Viel gesehen. Es gibt Mangoldpfanne und das letzte heimische Bier zum Abendessen - das will so nicht recht zur LAndschaft des letzten Tages passen.

Nachtplatz-neben-Feldern

Lichtverschmutzung Tolle Sterne, denn Ich habe zufällig einen der finstersten ORte Westeuropas zum übernachten erwischt und der Himmel ist auch einigermassen Wolkenlos. So muß es sein.


  1. bei N 40.60455° W 6.95217° ↩︎

  2. Tanke bei N 40.50453° W 7.03895° ↩︎

  3. Supermarktbesuch bei N 40.35598° W 7.07595° ↩︎