Daheim & Unterwegs

Von Köln nach Afrika - in den Herbstferien

Das Losfahren zu einem Roadtrip geht ja gerne etwas langsamer. Aber irgendwie geht es dann doch Richtung Süden und vor allem erstmal Westen.

Ich habe überraschend 16.5 Tage frei - da müsste man es doch eigentlich … ja 7000 km sollte es bis zu den ersten Ausläufern der Sahara sein. Zwischendurch hatte ich noch Tunesien im Auge, aber da passten die Fährzeiten nicht. Auch nach Marokko komme ich wegen Fahrplanproblemen nicht bequem mit der Fähre von Genua, sondern es muss wohl über Land da hin gehen.

Eigentlich könnte ich Freitag Morgen, nach dem alle Richtung Schule abgeflogen sind, los. Aber ist ja Urlaub, die Tour soll nicht stressig werden. Erstmal noch ein bisschen Arbeiten. Bis ich dann los komme, ist es Dunkel und ich schaffe etwa 25 km bis zur Stauwurzel der großen Dühntalsperre. Da ist die Sülzüberleitung, ein kolossaler Tunnel, der aus dem Nachbartal Wasser zur Talsperre bringt - in meiner Jugend war der mal Wanderziel.

Stürmische, dunkle Nacht. Urlaubsstimmung, sehr gemütlich. Bis ich morgens loskomme, dauert es ewig. Beim Aufbruch zwischen Tür und Angel hab ich natürlich ganz viel vergessen - auch weil Zuhause grad eine Baustelle ist. Also nochmal Zuhause vorbei. Da treffe ich ganz überraschend eines meiner Kinder. Kühlschrank im Haus leer und im Auto voll machen, Socken einpacken. Aus purem Übermut noch mal nach Köln reinfahren, dann weiter in die Nordeifel meine Reserveräder abholen.

Ladekran-HeVo200 Die Werkstatt ist wirklich schlimm am Arsch der Welt. Eifel halt. Aber es gibt Steaks, ich hab Bier und es wird ein netter Nachmittag. Die Herren Fachleute ärgern sich mit LED Blinkern und ich Spühle mal alles weg, was sich so die Letzten Wochen im Waschbecken angesammelt hat.
Wir basteln noch eine "HeVo 200" von einem Kieslaster an mein Auto. Das ist ein kleiner Ladekran, mit dem ich bei Bedarf hoffentlich bequem die Reserveräder rauf und runter bekomme. LAdekran-HeVo200---Bedienung-aus-dem-Dachfenster Zur Bedienung muss ich auf dasBett steigen und aus dem Dachfenster lehnen. Ich halte das für total raffiniert. Mal schauen, wie es sich in der Praxis bewährt. Theoretisch kann ich damit direkt von der Hinterachse auf den Reserveradträger kranen.

Immerhin vor Einbruch der Dunkelheit komm ich endlich los. Durch Belgien. Irgendwie das land meines Herzens. Der Laster rollt in die Dämmerung und ich höre "Rückenwind" non den Fantastischen Vier. Ein guter Reisebeginn.

Nachtplatz Irgendwann vor Mitternacht von der Autobahn runter, in den nächsten Feldweg und mit Blick auf die Autobahn parken. Gelber Natrium-Dampf-Schein voraus - das Markenzeichen belgischer Autobahnen. Wobei die langsam auch zunehmend auf LED umrüsten.

Zähneputzen, Augen zu.

Blick-auf-die-Autobahn