Daheim & Unterwegs

Endlich Unterwegs in den Urlaub

Nacht in den Poller Wiesen. Tolle Aussicht auf Köln.

Da ich nach Der ganzen Reifenaktion doch ein bisschen Sorgen um meine Tyran-Ringe habe fahre ich morgens bei einem Freund in Aachen vorbei, der meinte, das sei kein Problem die zu besorgen. Meinte er. Beim Morgenkaffee kommt raus, dass er am Montag alle Reifenhändler in Aachen abgeklappert hat, bis er die doofen Ringe bekommen hat. Wir ziehen noch mal die Radmuttern mit vernünftigen Werkzeug nach, fachsimpeln über Reserveradträger. Optimieren die Schlösser an den von ihm gebauten Staukisten und endlich geht es wirklich los.

Aber: die Radschrauben sind jetzt gut angezogen dafür klappert in meinem Gebiss jetzt etwas. Ach nöö! Naja, besser jetzt als in zwei Wochen. Spontan Besuch bei meiner Zahnärztin. In der Innenstadt vorm Zahnarzt zu parken ist mit dem Laster eine Herausforderung.

Beim Zahnarzt

Die Schraube, die im Implantat sitzt ist locker. Drehmomentschlüssel, Schraubenkopf zuschmieren, fertig! So in etwa das gleiche hatte ich doch heute Morgen schon mit meinen Radmuttern.

Jetzt aber los!

Abfahrt zuhause

Irgendwann Rolle ich an der Abfahrt Remscheid vorbei … schon 270 km auf der Uhr. Weiter gen Norden!

Aus NRW kommenddie A1 nach Norden. Kenn ich schon. A2, A7. Dienstags reisen vermeidet natürlich größtenteils den Urlaubsverkehr. Das geht ganz gut. Ist ja auch schon echt spät.

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21:00h. Ich mache an „Deutschlands ältester Autobahnkirche“ bei Vlotho halt. Nett da. Vor allem der Friedhof.

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Hinter Hamburg von der Autobahn. Zum Glück bleibt es lange hell – Stellplatzsuche im Dunklen ist doof. Mein Reiseziel ist nur noch 20 km entfernt, aber ich will da nicht mitten im Dorf mitten in der Nacht die Nachbarschaft vergraulen. An einem Reitstall in den Feldweg – sieht gut aus. Die Kreuzung mit einem Radweg – auf einer alten Bahntrasse gebaut und beschildert wie eine Bundesstrasse – bietet einen Platz für die Nacht.

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Aber vor dem Schlaf muss ich das in das Auto geschmissene Gepäck zumindest ansatzweise Verstauen. Ach ja! Essen wäre auch nicht falsch. Es gibt eingetuppertes Möhrendurcheinander von zuhause. Bei offenem Fenster ist es nicht ganz so romantisch denn die umliegende Landwirtschaft ist wie immer erstaunlich laut. Naja, ich bin zum Glück lärmunenZzzzzzz

Der erste richtige Ferientag! Ich bin zum Frühstück eingeladen. Manche nennen es Arbeit.

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Zwischendurch noch ein Aufreger: Ein Kind findet daheim sein Personalausweis nicht. Und das macht die Urlaubsreise der Kinder nicht einfacher. Aber glücklicherweise lassen sich die Pässe mit den Russland Visa direkt von der Visa Agentur zu den Kindern umdirigieren. Läuft ja wie am Schnürchen!

Gegen 16:00 in Travemünde. Um 2h Nachts ist Einschiffen nach Helsinki. Ich stell mich zwischen die Trucker. Neben mir ist wieder der Michelin-Rennlaster, der auch letzten Sommer mit auf der Fähre war. Ulkig.

Ab ins Hafenhaus. Finnlines Büro. Nach einigem hin- und her: „Da kann nur die Passagierabteilung helfen – wir machen nur Fracht, die kommen erst um 19:00h“ Vor Samstag (es ist Mittwoch) ist kein Platz für mich auf dem Schiff. Und gute Kabinen ausser der „Owners Suite“ gibt es Samstag auch nicht. Ich überlege: 3 Tage an der überfüllten Deutschen Küste? Nicht mit mir!
Bisschen Fährrouten Checken. Oder doch die Brücken? Nee ich will schlafen und dabei geschippert werden. Ausserdem liebe ich nautische Dinge. Oder doch durch Polen ins Baltikum? Polen passt mir politisch grad so gar nicht – spricht das gegen einen Urlaub? Hmm. Also Schiff!

Ich war mal vor ein paar Jahren aus ehr prinzipiellen Erwägungen die A1 von Anfang bis Ende gefahren und fand die Verschiffung in Putgarden recht beeindruckend. Dann da lang!

Kaum bin ich aus dem Hafen raus Stopp- and go im Urlaubsverkehr. Ooooch nöööö. Haben die kein Zuhause? Dänemark kann mir gestohlen bleiben! Bisschen Internet Recherche. Zurück nach Travemünde, Hafenhaus. Diesmal TT-Line. „Ich möchte gern möglichst bald mit grossem Wohnmobil möglichst weit nördlich nach Schweden“ – „Nördlich haben wir nicht.“ – „Und bald?“ – „Auf der. 22h Verschiffung wird knapp. .. 7.2m … hmm. Nee. … 02:00 hab ich was. Kostet auch nur die Hälfte.“ „Perfekt“. Ca. 150€ wechseln den Besitzer und ich schau mir nun Schweden statt Karelien an.

Schlendern durch den Shop im Hafenhaus. Es gibt praktisch nur Alkohol. Entspannt laufen Leute mit rechts und links je einer Palette 0.5er Bierdosen in Plastiktüten aus dem Laden. Die haben wohl Übung, mir würde sofort der Griff abreissen.
Das doofe an gesunder Ernährung ist ja, dass man sich schnell daran gewöhnt und dann fast alles von dem, was unterwegs so angeboten wird, recht ekelhaft findet. Schlachtabfälle im Kunstdarm mit laffen Kartoffeln in altem Fett gebadet? Oder doch lieber Emulgatoren und Geschmachsverstärker mit Zucker und Fett aus dem Snack Regal? Doof das. Warum gibt es nix leckeres? Also eine Stulle zuhause im Auto geschmiert.

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Warten auf das Einschiffen zwischen den Zugmaschinen die Pause haben.

Das angekündigte Unwetter kommt. Ich find es nicht so schlimm. Bis ich plötzlich eine sehr nasse Socke habe.

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Was soll das schon wieder? Da kommt eine Pfütze aus dem Invertrerschrank geflossen. Ich bin total unamüsiert. Schrank auf, wenig zu sehen. Hinkriehen, Neeeeiiin! Jetzt auch nasse Knie. Es tropft vom Lüftergehäuse auf einen Kabelstrang. Da geht auch die Regenleitung lang. Wer bitte verlegt das Regenrrohr durch den Elektroschrank???

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Aber das Regenrohr (naja – Schlauch) ist knochentrocken. Scheinbar kommt es durch das Loch vorm Lüfter. Unter der Tür kommt es ja auch durch. Ich mache ein paar Atemübungen Versuche das Wasser mit einem Lappen vom Kabelstrag fern zu halten und das Problem erstmal zu ignorieren. Gelingt mir nur leidlich.

Trockene Socken und Hose suchen.