Daheim & Unterwegs

Dies ist kein Weg nach Хулимсунт (Khulimsunt)

Nach einem ereignisreichen Tag und einer feierlichen Nacht war es spät in’s Bett gegangen und wir wurden vom Klang von Regen eingeschläfert. Viel Regen. Aber wir standen ja auf einer Kuppe.

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Am nächsten Morgen war ich doch etwas überrascht: ein Großteil unserer Reifenspuren war verschwunden und die Fahrbahn hatte in weiten Teilen eine ganz neue Decke aus Schwemmsand bekommen. War das ein gutes oder schlechtes Omen?

IMG_9809Erst mal meine Reservekarkasse neu befestigen – das war alles etwas lose gerüttelt. Dafür sind LKWs mit Motorhaube also!

Schaun wir mal, wir sind guter Dinge und wollen weiter nach Khulimsunt (Хулимсунт). Ich komme meiner Aufgabe als der Besorgte nach und berichte dass mien Studium von Google Terrain ergeben hat, dass wir zwei von insgesamt zehn fälligen Flussquerungen erledigt haben. Wird schon irgendwie gehen.

Irgendwann kommt ein grosser Platz. Hier wird wohl öfters ein Lager aufgeschlagen. Von Holzfällern? Von Jägern? Da liegt auch ein Riesengerät, das scheinbar aus einer Raupenkette, zwei Stahlrohren und etwas Stahltrosse konstruiert ist. Ich vermute, das wird zum „Abziehen“ der Piste verwendet, aber Günni will das nicht so recht glauben. Wer weiss?

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Nach dem Platz wandelt sich die Sandpiste in eine Erdpiste. Scheinbar gibt es unter der Piste auch keinen Knüppeldamm mehr. Aber alles zu fahren.

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Die Auswaschungen sind allerdings zum Teil monumental.

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Dann kommt er irgendwann: der auf voller Breit zerwühlte, lange Berg. Scheint jede robuste Waldpiste weltweit zu haben. Naja. Schwung und los!

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Hier sind die Furchen aber so, das auch die Portalachsen vom Unimog an ihre Grenzen stossen. Der Untergrund ist weich und glitschig und die Auswaschungen müsste man zum Teil erst zuschütten. Spuren zu wechseln geht auch nur zuverlässig unter Einsatz der Schaufel. Der Unimog mit Günni kämpft sich ein Stück hoch aber locker fahren ist anders. Irgendwann liegt auch noch ein beachtlicher Baum im Weg.

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Ich hab nicht so recht Lust. Nur mit Mittelsperre, ohne Portalachsen. Noch 8 Flüsse und 120 km oder so bis Khulimsunt. Das wird bestimmt nicht besser. Pure Spekulation meint Günni. Stimmt. Aber wenn das so bleibt, wie dieser Berg, brauchen wir sicher zwei Wochen für die Strecke. Die optimistischeren unter uns meinen Hinter dem Berg wird alles besser. Jajabestimmt.

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Nach einem heldenhaften Scout-Trip zu Fuss steigt die durchschnittliche Umkehrbereitschaft in der Gruppe beachtlich. Aber erstmal den Unimog wenden.

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Leichter gesagt, als getan auf dem Untergrund. Irgendwie klappt das und wir merken mal wieder: Zurück geht eigentlich immer besser, als es hin geht.

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Wir schauen uns noch mal den Platz an, an dem die Piste so erheblich schlechter wurde.

Vom Plumsklo bis zur Hundehütte findet sich hier allerlei. Wer hier wohl lagert? Auf jeden Fall wurde hier auch umfangreich Waldwirtschaft betrieben.

Zurück meistern wir das Pipeline Rohr und die halb weggespülte Brücke souverän. Zeit für Fotos.

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Soll das Schild an der Brücke sagen, dass der Fluss mit 100 m^3/s daher kommt?

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Jedenfalls hat der Regen der Nacht der Konstruktion weiter zugesetzt: wir sind zwar entspannter, aber der Untergrund deutlich nachgiebiger.

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DSC00232DSC00233Aber ‚rüber kommen wir trotzdem. Jetzt wird es richtig voll: Ein Holzlaster kommt uns entgegen und eine Jagdgesellschaft brutzelt irgendetwas duftendes über dem Feuer. Wir gelangen wieder am absoluten Endpunkt der Bahnlinie vorbei zurück nach Agirish (Агириш).

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In Agirish waren wir gestern Mittag ja schon in der Gegenrichtung durchgekommen. Komisches Kaff. Endpunkt einer Bahnlinie und wohl Knotenpunkt der Holzwirtschaft.Diesmal kreuzen wir etwas mehr durchs Örtchen als auf dem Hinweg. Autowracks in den Strassen.

DSC00245Wir machen am Bahnhof Halt. Hier kommt sogar zwei mal ein Zug. Aber pro Woche? Pro Tag? Pro Monat?

 [   ![DSC00253](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00253.jpg?w=330&h=220 "DSC00253") ](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00253.jpg)    close group    [   ![DSC00258](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00258.jpg?w=162&h=108 "DSC00258") ](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00258.jpg)   [   ![DSC00254](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00254.jpg?w=162&h=108 "DSC00254") ](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00254.jpg)    close group    close row   Auf jeden Fall gibt es wieder Mobilfunk und wir können unseren Lieben berichten. Das erste Mal sind Kinder ein bisschen lästig. Nachdem ich sie in die Fahrertür gucken lasse, versuchen sie von Aussen in die Beifahrertür zu steigen (war aber abgeschlossen) und sind auch sonst nur noch mit viel Mühe vom Laster fern zu halten.

 [   ![DSC00248](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00248.jpg?w=139&h=92 "DSC00248") ](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00248.jpg)    close group    [   ![DSC00241](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00241.jpg?w=138&h=92 "DSC00241") ](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00241.jpg)    close group    [   ![IMG_9868](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/img_9868.jpg?w=69&h=92 "IMG_9868") ](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/img_9868.jpg)    close group    [   ![DSC00259](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00259.jpg?w=138&h=92 "DSC00259") ](https://dhuu.files.wordpress.com/2016/08/dsc00259.jpg)    close group    close row   [Dann eben weiter Richtung Igrim (Игрим)](/2016/08/06/gefangen-in-gazprom-land/)!