Daheim & Unterwegs

Die Reise zum Ruhetag

Nach dem Kampf mit Matsch und abspringenden Reifen sollte der Tag geruhsamer werden, endete aber doch irgendwie in Erschöpfung.

Recht schnell waren wir in Biserovo (Бисерово), wo ich noch mal den Reifendruck anpasste während Günther den Ort nach einem Tanta-Emma Laden (Magazin) und einer Gelegenheit Wasser zu fassen absuchte und dabei beinahe eine niedrig hängende Telefonleitung mitnahm. Alles nix, weiter nach Afanasyevo (Афана́сьево)!

Afanasyevo gefiel uns jetzt im Abendlicht ganz gut. Ich hatte sogar ein indisches Restaurant erspäht, das wollte ich mal ausprobieren. An der Tanke fragen wir nach Wasser. Klar! Den Wasserhahn im Gästeklo dürfen wir benutzen.

Mit einem Wunderwerk der Technik, dem Gardena Wasserhahnadapter bekamen wir tatsächlich einen Füllschlauch angeschlossen.

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img_9017Soweit so gut. Wie schnell läuft denn das Wasser? 1 l/min. d.h. 60 Liter in einer Stunde. Oder gut 12 Stunden um unsere Tanks komplett zu füllen. Mit egal, ich will wieder auf mein Klo gehen. Und duschen. An lassen und zum Inder gehen schwebt mir vor. Günther will es an der nächsten Tanke versuchen.
dsc09678Am Ende sind es noch 3 Stunden und 120 km, bis wir um Mitternacht Wasser an einer Gas-Tankstelle kriegen. Restaurant, ob Indisch oder nicht, gibt es da nicht. Ich bin fix und fertig. Über die Probleme, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden, habe ich in „Konvoi fahren“ geschrieben.

Zwischendurch noch eine Pause, um meine an der Differentailsperre baumelnden Kabel fest zu machen. Am Unimog ist ein Reifendrucksensor defekt und deswegen wird der Reifen von der Reifendruckregelanlage ignoriert. Das ist doof, wenn man mit drei Reifen bei 4 und einem Reifen bei 1.6 bar fährt. Da gilt es manuell nachfüllen.

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img_9026Das Wasser Fassen am Abend war eine Begegnung der dritten Art. Die Tankstelle war echt seltsam. Es kamen die ganze Zeit Kleinlaster mit Gasumbau. Wir bekamen Wasser aus einem Waschbecken an der Kasse, durften aber nicht ans Kassehäuschen. Bis die Tanks voll waren, dauerte es locker eine Stunde und wir liessen 300 Rubel dafür als Trinkgeld zurück. (Gegenwert von 8 Liter Diesel).

Dann hatte ich ein gutes Händchen in 2 km Entfernung ein nettes Plätzchen für die Nacht zu finden, hab beim einparken beinahe einen Strommast umgemäht und dann um 0:40 nach einer Dusche Abendessen und bald auch Bettruhe.

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An nächsten Tag: Ruhetag.

Den Track gibt es bei wikiloc.