Daheim & Unterwegs

Auf gen Russland

Nach insgesamt 3500 Urlaubskilometern nach Südfrankreich mit dem PKW ging es im Bergischenland los mit dem Camper. In meiner Abwesenheit hatten Freunde den mit ihren und meinen Klamotten gepackt. Jeder Stauraum war voll bis unters Dach und ich fand nix wieder. Wer hat den um Himmels Willen die Schneeketten eingepackt? Schöne Hebekissen! Naja, was solls!


Meine erste Reisebegleitung traf verspätet, nassgeschwitzt und leicht gereitzt ein: von Köln war es mit dem Fahrrad bergischer als erwartet. Egal. Abschied von den Kollegen und ab durch die Mitte. Stau im Ruhrgebiet. Beifahrerin pennt. Check in closing ist um 01:00. Hinter Bremen sind wir sichr, dass wir es schaffen. Supermarkt: Obst & Brot. Dusche für die Sportler unter uns.


Einchecken bei der Fähre wie immer unübersichtlich. Viele Leute bunkern massig Alkohol. Ohne Segelboot auf dem Hänger darf man sich hier eigentlich nicht sehen lassen. Eine italienische Familie macht … Palaver. Wegen keine Ahnung. Alle sind entspannt, gutgelaunt & freun sich über mediteranes Organisationsverständnis. Die haben bestimmt einen Mörderritt hinter sich. Alles wird möglich gemacht. Um kurz nach eins tatsächlich auf dem Schiff. Jede Menge Renn-Transporter von VW, Citroen und Michelin an Bord.


Vor 03:00 schlafen? Möglich. Aber wir gehen in die Bar. Nur Hartalk und Sekt-Cocktails. Und Massenbier. Zum Ablegen auf Deck.


Gutes Essen. Fettes Brunch-Buffet. So spät schon? Ach, 1 h Zeitverschiebung. Wortkarg. Sonnendeck. Lesen, schlafen. Die Malzeiten strukturieren den Tag. Die Ostsee is brav & ruhig. Immer mal Landin Sicht. Das WiFi klappt ehr nicht. Beginn der Internetfreien Zeit.

Zimmertür schliesst seltsam, so dass wir aus Versehen bei offener Tür schlafen.

Geweckt aus dem Mittagsschlaf von barscher Durchsage: ich soll zur Rezeption auf Deck 7. Was ist los? Leckt mein Fäkaltank? Der Ton verheisst nix gutes. Aber Finnen klingen wohl immer barsch.

„An ihrem Fahrzeug brennt Licht, haben sie den Schlüssel dabei?” Marsch durch Schiffsinnereien. Gespenstisch unter Deck. Autos schaukeln sanft, nix verzurrt. Kontourbeleuchtung am LKW geht nicht aus. Auch nach ein- und ausschalten der Fahrzeugbeleuchtung. Auch per App nicht. Müsste ans Override-Panel im Aufbau, aber die Aufbau-Tür ist direkt vor einem Stahlpfeiler. Durchstieg zu öffnen ist mir zu lästig. Naja, die Batterie wirds verkraften.


2. Nacht auf See. Nach 30 h ereignisarmes Ausschiffen in Helsinki. Links Hafen,rechts Natur. Toll! Immer brav nicht der LKW Spur im Hafen folgen, sondern den PKWs. Zum Teil sehr eng.
Dann 500 km durch Finnland. Auf einem Supermarktparkatz Überblick über das Gepäck verschaffen. Puh!


Angeblich grösste Holzkirche der Welt besichtigt. Schöner Friedhof. Nochmal Einkaufen.

Birken- und Kiefernwälder sind was anderes als Birkenwälder und Kiefernwälder. Doch ehr langweilige Landschaft und erstaunlich zersiedelt. Wor müssen ein bisschen suchen, bis wir einen Schlafplatz nahe der Grenze finden.


Abschied in Finnland war seltsam: der eine rechts zur Grenze, die andere links nach hause. Ich 1700 km durch ein Land, dessen Sprache und Schrift ich nicht kann und sie Tagelang allein im Wald übernachten und jede Menge sanfte finnische Hügel, die nicht eingeplant waren.


Hatten am Vortag sehr wenig miteinander gesprochen. Interessantes Gefühl, so eine Reise mit Freunden zu machen und sich dann, bevor es richtig los geht zu trennen.

Grenzübergang war harmlos. Die Finnen ehr barsch und etwas umständlich. Russland hat 75 Minuten gebraucht. Abfertigung anders als auf der kurischen Nehrung letztes Jahr. Ein rein russisches Formular. Am ende hat der nette Grenzbeamte mit rudimentären englisch Kenntnissen nicht mehr übersetzt, sondern nur noch „write ’no‘ here“ gesagt.

Verwirrung, dass der Wagen laut Papieren von MAN Truck & Bus ist. Aber kein Laster oder Bus sindern ein „Camping Car“.

Alle Zöllner er wollten mal reinschauen, aber ernsthaft geschaut hat keiner. Lebensmittel Embargo etc war auch kein Thema. Da waren die bei der Einreise Kaliningrad viel gründlicher.

Und dann war ich in Russland. Hier weiter lesen.

Track für Finnland gibt es hier.