Daheim & Unterwegs

13: Zurück nach Deutschland

Auf dem Weg, wo ich gestern Abend stecken geblieben war, aufgewacht. Dann geh ich eben den Flughafen zu Fuß suchen. Kaffee, anziehen, los.

Der Flughafen findet sich. Aber die Landebahn wurde entfernt und da ist jetzt eine Mondlandschaft. Die Hangars rotten vor sich hin und das Kerngebiet des Geländes ist ausdrücklich betreten verboten. Irgendwie komisch, dass Flughäfen auch mal wieder verschwinden.

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Beim Verlassen der Gegend um den Flughafen folge ich einem glorifizierten Feldweg und gerate Mitten in eine Grosse Strassenbaustelle. Ich fahre ein bisschen zwischen und mit den Kippern hin- und her, finde aber keine Stelle, wo ich zurück aufs intakte Strassennetz komme. Am Ende schleiche ich mich auf dem Feldweg, den ich gekommen war, wieder zurück.

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Ich schaue bei dem Eisenbahn-Knotenpunkt vorbei, wo meine Oma noch so eben mit einem Zug der Organisation Todd die Flucht aus Ostpreußen geschafft hat. Dramatische Geschichte, aber das Bahnhofsgelände ist halt wie die vielen duzenden Bahnhofsgelände, über die ich schon gestapft bin.

Angefangen hab ich das in Industriebrachen rumschleichen übrigens mit meinem Opa, der in Kollberg (s.o) fliegen gelernt hat.

Am spannensten ist es vielleicht noch die alten deutschen Namen Zwilipp/Degow unter dem „neuen“, polnischen Świelubie/Dygowo überall zu finden. So oft wird hier nicht gestrichen …

Die Stadt in der Oma und Vater interniert waren gefunden. Dann weiter nach Westen am Meer lang. Toller Strand aber doofes Wetter. Immer wieder irgendwelche Geplanten riesen Bauprojekte. „Jetzt schon ein Apartment kaufen“ … dann bis zum Sanktnimmerleinstag auf den ersten Spatenstich warten.

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Hundebesitzer, die Spazieren gehen. Jogger. Fühlt sich schon alles sehr an, wie ich Strände in Osteuropa kenne.

Beeindruckend was der Google Übersetzer mit Schildern anstellt – wenn man denn Internet-Zugang hat. Das der Schilder „on the fly“ übersetzen kann, ist schon in etwa so, wie ich mir die Zukunft vorstelle.

Ich hab dann die letzten Zloty in Diesel und Investiert. Punktlandung an der Tanksäule.

Küstenlandschaft bin ich langsam leid. Mit der Fähre geht es nach Usedom. Das ist ein bisschen unübersichtlich, denn eine der Beiden Fähren darf man nur mir PKW mit lokalem Kennzeichen nutzen. Irgendwann bin ich auf der Richtigen Fähre.

IMG_0402Mir wird heiss und kalt: Wie bezahl ich die denn jetzt? Ich hab doch alle Zloty schon ausgegeben. Ich versuche bei dem Fährpersonal herauszufinden, ob die auch Euro nehmen. Nach sehr viel hin- und her – keienr spricht Englisch oder Deutsch – verstehe ich: die Fähre ist umsonst 🙂

Die Grenze auf Usedom nach Deutschland ist nur für Fahrzeuge < 7.5 t ? Ich denke noch über das Schild nach und schon bin ich in Deutschland.

Usedom. Angeblich sooo schön. Aber ich bin ja netzt die Küste leid. Da ist das Museum für Technik & Zweiräder ausgeschildert. Versammelte Ost-Allradler. Und Kuchen. Und Ostalgie. Und sowjetische Service Mentalität. Trotzdem ein netter Abstecher.

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IMG_0420 (1)Dann Mecklenburgische Seenplatte. Bisschen wie das Bergische Land in leer. Enge Strassen und immer mal wieder kilometerlange Kopfsteinstrassen
IMG_0389durch Birkenwälder. Und sehr enge Teerstrassen. Diese Straßen sind alle Denkmal und wurden mit irgendeiner Rütteltechnik in Ordnung gebracht ohne, dass die Steine dafür aufgenommen wurden, wird mir abends erzählt. Strassenzurechtrüttelmaschinenerfinder wäre auch ein Beruf für mich.

Übernachtung auf dem Dorfplatz (Der „Allmende“). Abendessen bei Freunden im Haus ohne Zentralheizung aber mit reicher Ernte.

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Am nächsten Tag nach Berlin.