Daheim & Unterwegs

Furten durchfurten: mit dem Auto durch das Wasser

Was ist zu beachten, wenn man mit dem Auto durch eine Furt will?

Planen

  • Vormittags führen von Schnee gespeiste Flüsse in der Regel weniger (Schmelz-) Wasser als nachmittags. Gletscherflüsse erkennt man an der Milchigkeit.

  • Wo komm ich rein, wo wieder raus? Bringt nix, wenn man auf der anderen Seite vor einer Bodenstufe steht.

  • Ruhiges Wasser ist in der Regel nicht die flachste Stelle, sondern davor oder dahinter.

  • Flüsse ändern ihren Lauf – zum Teil recht schnell; Reifenspuren können in die Irre führen.

  • Im Zweifel erst jemand anderem (erfahrenen oder dummen?) beim Durchfahren zuschauen.

  • Ein zweites Fahrzeug und lange Bergegurte geben Sicherheit.

  • Eine Seilwinde bringt für ein einzelnes Auto nur dann was, wenn es auch Befestigungspunkte am Ufer gibt.

  • Bergegurte nicht unnötig mit Schäkeln verbinden, sondern lieber durchschlaufen.
    Vorher Prüfen, gerne auch zu Fuß und mit Wanderstöcken:
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  • Wassertiefe

  • Strömung

  • Untergrundfestigkeit (Schlamm, Sand)

  • Löcher und Steine im Weg unter der Wasseroberfläche

  • Ein grosser Geländewagen kann durch tieferes Wasser, als ein grosser Mensch. Manchmal ist es sicherer nicht zu Fuß zu prüfen.

  • Vom Gleithang zum Prallhang furten. D.h. von der innen Seite einer Flussbiegung zur Aussenseite. Der Prallhang (Aussenseite) ist in aller Regel tiefer.
    Am Ufer

  • Fahrzeug abkühlen lassen – wenn es einen Temperaturschock gibt, wird zB unnötig Wasser in die Schmierenippel und Entlüftungen gezogen

  • Bergegurt schonmal befestigen, erspart einem im Zweifel einen Tauchgang

  • Fenster auf – Fluchtweg bei Stromausfall Türen lassen sich evtl. nicht wegen des Wasserdrucks öffnen.

  • der Ventilator des Kühlers ist nicht als Wasserrad gedacht, bei wilden Touren den Antriebsriemen lockern

  • bei wilden Touren Regenponcho oder Plane vor den Kühler spannen – senkt den Wasserspiegel im Motorraum und entlastet den Kühler-Ventilator

  • Sitzheizung aus, Klimaanlage aus, Licht aus, …
    Durchfahrt
    Furten

  • mit der Strömung – d.h. leicht stromabwärts fahren – auch stromaufwärts geht zur Not – aber nicht orthogonal zur Strömung, das bietet zu viel Angriffsfläche

    1. Gang Untersetzung, L4 (Freilaufnarben nicht vergessen 🙂
  • Mittlere Differentialsperre kann nicht schaden, bei elektrisch betätigten Sperren kann es sein, das die im Wasser nicht wollen. Je nach Uferböschung schonmal die hintere Sperre rein.

  • nicht schalten (Wasser kommt sonst möglicherweise in die Kuppelung), nicht halten

  • zügig langsam fahren, aber die eigene Bugwelle nicht überholen und nicht ‚rumspritzen

  • Motor nicht abschalten wenn man stecken bleibt, damit kein Wasser durch den Auspuff eintritt.

  • Wenn man aufschwimmt, d.h. die Bodenhaftung verliert: Türen auf, Wasser rein. Durch den Auftrieb wird das Auto schnell leichter, schon die Reifen wirken wie Schwimmringe. Folge: Bodenhaftung geht verloren.
    Nach der Durchquerung

  • Steht Wasser zB in den Scheinwerfern? Wasser aus dem Fahrgastraum ablassen, feuchte Stellen prüfen – beim HZJ78 ist zB unter dem Vinyl ein sehr saugfähiges Fliess …

  • Geht die Elektrik (Scheinwerfer) noch?

  • Frisch abschmieren.

  • Zuhause Getriebeöl etc prüfen lassen. Ist das verwässert?
    Vor der Tour

  • Wattiefe des Autos feststellen (HZJ78: 70 cm ab Werk, + 2 cm 285/75 Reifen + 6 cm Fahrwerk macht gut 75 cm. Plus den Schnorchel, macht 1.8m oder so)

  • Kann das Auto ohne Elektrik weiterfahren? (alter Diesel ja, ansonsten: nein)

  • Elektrik abdichten wenn nötig

  • Alles elektrische mit Wet.Protect einsprühen. zB ist der Sicherungskasten im Fussraum des Fahrers oft recht gefährdet.

  • Schnorchel auf Dichtigkeit prüfen: vom Luftfilter abkoppeln, Verstopfen und von oben Wasser einfüllen.
    Und dann natürlich: je grösser das Fahrzeug, je kleiner der Fluss!

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