Daheim & Unterwegs

Baume des Cretes

Mit dem Arbeitskreis Kluterthöhle waren wir im Juni 2012 im französischen Jura, um unserem HöFo Nachwuchs weiterzubilden.

Freitag ging es in die Gouffre de la Baume des Cretes, ein Zustieg zu Réseau Verneau, einem fast 35 km langen, unterirdischen Flussystem. Die Einstiegsdoline liegt bei dem Ort Déservillers bei N 46.9957, E 6.0763. Die Doline ist in einem Gebüsch gegenüber eines aufgelassenen Sportplatzes. Auf der Rückseite der Umkleidekabinen kann man sich zum Umziehen unterstellen. Dann muss man über die Kuhweise (Zaun nicht vergessen wieder zu verschliessen!) gen Süden zur Doline.

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P1010132 Der Einstiegsschacht kann entweder von einem Überhang als P40 oder mit einer sportlichen Traverse als P30 angegangen werden. Es gibt reichlich Klebeanker. Wir hatten ein 60 m Seil, das war nicht zu kurz, um den Zustieg zu sichern und abzuseilen. 55 m wäre auch ok gewesen, 50 m schon knapp.

Abgeseilt wurde auf eine riesige Schutthalde, die eine spektakuläre Halle mit Sinter im unteren Teil durchquert. Der Sinter bildet allerlei Besonderheiten, unter anderem Tellerstapelstalagmiten. Die Halde endet in der Biwakhalle [mit Sitzgelegenheit, Kerzen](http://www.flickr.com/photos/mdornseif/7 187761785) & Karbitabfällen. Im Bereich des Eingangsschachts war beeindruckend die Biegung der Schichtung um fast 90 Grad von horizontal (in den Hallen) zu vertikal (im Schachtbereich) zu betrachten. Geeignet als exemplarisches Foto in einem Geologielehrbuch – leider haben wir genau dieses Foto nicht gemacht.

Es folgt eine labyrinthartige Zone mit einzelnen Kletterstellen, in der wir einen 20 m Seil für einen Schacht und das drumherum verwendet haben. Laut Plan war das nur eine R5 Stelle. Im Anschluss gelangte man in die Salle des Dolois mit schönen Tropfsteinen und Sinter Durchstieg. Dann 15 m Schacht mit tosenden Wasserfall, abseilen auf der trockenen Seite möglich. 25 m Seil war nötig. Entlang des tosenden Wassers bis zur nächten Stufe (vorher rechts in einen Schlupf abbiegen), 12 m Seil eingebaut, daran abgeseilt, reichte nur so eben – Laut Plan wieder nur ein R5. Überall waren hinreichend Klebeanker vorhanden.

Dem Flusslauf durch einen Mäander folgend das erste mal Wasser in die Stiefel bekommen, Aufstieg auf obere Etage mit in der Höhle bereits vorhandenem Seil. Dahinter eine flache Halle, am Ende Siphon, dort gab es wegen des Wasserstandes keine Möglichkeit, weiter bis zum Collecteur des Réseau Verneau vorzustoßen, Aufstieg.

BaumeDesCret Am Ende Befahrung des Gangs vom Einstiegsschacht rechts. Schön versintert, aber Boden verschlammt.

Der P30 Aufstieg wurde von unseren Anfängern besser bewältigt, als erwartet, dafür wurde die Traverse am Ende als ausgesprochen unangenehm empfunden.

Über Nacht hatte es erheblichen Regen gegeben und zum Zeitpunkt des Einstiegs regnete es auch noch leicht, aber die Regenfront war vorüber. Beim Ausstieg trockenes, sonniges Wetter.

Die Befahrungsdauer war 7:15 h. Verwendetes Material war 60, 20, 25, 12 (besser 15m) Seil & ca. 15 Karabiner. Zum Collecteur wären nochmal 15 m Seil und ein Wechsel in Neopern nötig gewesen

Schöne Fotos gibt es bei Troglophil, der Höhlen-ag der GS Tübingen und den Caveseekers.